Welcome to India!

Langer Flug + Aufregung + viele tolle Filme im Flugzeug = wenig Schlaf. Also kamen wir total übermüdet, aber mega gespannt in Amritsar an. Bereits am Flughafen wurden wir von allen Seiten angestarrt… weiße Touris gibt’s hier wohl nicht so viele.

Nach der Überforderung im Auto (indischer Fahrstil) ging’s im Hostel weiter: ganz viele Backpacker und ganz viele Inder und alle wollen wissen, wer du bist und was du so machst. Trotzdem haben wir uns sofort wohl gefühlt. Auf den Wänden haben sich hunderte Backpacker von den verschiedensten Teilen der Welt verewigt.

 

 

Nach ein paar Gesprächen mit anderen Leuten hatten wir sofort unser nächstes Ziel vor Augen: Dharamsala. Dort wohnt nämlich der Dalai Lama und alter, den wollen wir auch sehen! Also haben wir gleich den Bus für Sonntag gebucht.

Nach dem bürokratischen Gschistigschasti haben wir uns ein paar Leuten angeschlossen und sind zum Goldenen Tempel gegangen. Der Goldene Tempel ist für die Sikhs (monotheistische Religion, abzugrenzen vom Hinduismus) das höchste Heiligtum überhaupt. Jeder Sikh hat nur ein Ziel, und zwar einmal im Leben diesen Tempel zu besuchen. Mit nackten Füßen und Turban bzw. Tuch am Kopf waren wir adäquat gekleidet. Die Tempelanlage war voll mit Menschen: einige gingen baden im See, denn ein Bad verspricht Gesundheit und Glück. Andere, viele davon Pilger, schliefen am Marmorboden. Wieder andere machten Selfies.

Auf jeden Fall durften wir jede Ecke der Tempelanlage besuchen. Dort werden täglich (!) 70.000 (!) Menschen, darunter Pilger, Touristen, Obdachlose,… mit Essen versorgt. Und wir. Bei der Sikh-Religion geht es nämlich nicht darum, ob du Christ oder Moslem bist, was du machst oder kannst – jeder ist willkommen. Hunderte Freiwillige sind hier 24/7 beschäftigt. Sie kochen, waschen ab, putzen, etc. Eine Gemeinschaft wie ich sie selten gesehen habe. Und obwohl wir eindeutig nicht dazu gehörten, gehörten wir dazu. Wenn ihr wisst was ich meine.

 

Nach der Tour waren wir allerdings streichfähig. Ab ins Stockbett im 8er-Schlafsaal und gute Nacht.

Gestern hat unser Tag mit einer Food Tour begonnen. Gopi (ein Inder vom Hostel) hat uns zu verschiedenen Orten geführt, wo es Spezialitäten der Region gab. Der Bundesstaat Punjab ist lt. Gopi „the capital of food“. Die meisten Einwohner hier ernähren sich ausschließlich vegetarisch (und rauchen bzw. trinken nicht. Auch irgendwie langweilig, haha). Mit Einheimischen essen zu gehen hat immer einen ganz großen Vorteil: man besucht Restaurants (= Bruchbuden mit einer Herdplatte 😀 ), in die man sonst niemals (NIEMALS!) gegangen wären. Nach den 7 verschiedenen Stationen können wir bestätigen: Punjab gehört definitiv zu den capitals of food! Das Essen war U N G L A U B L I C H. Die verschiedenen Gewürze und Geschmäcker lassen sich schwer in Worte fassen. Gaumenorgasmus!

Natürlich sind wir alles zu Fuß gegangen und haben uns demnach schon einen ersten Eindruck von der Stadt machen können. Hierzu können wir nur sagen: OH MY FUCKING GOD. Auf der Straße siehst du alles, und damit mein ich wirklich ALLES: Autos, Tuk Tuks, Rikshas, Räder, Kühe, Pferde, Esel, Ziegen, Hunde und.. Elefanten. Na eh. Komischerweise gewöhnt man sich schnell daran, dass es laut und dreckig und eng ist. Und an die Blicke der Inder. Kinder kommen her und wollen deine Hand schütteln, andere wollen ein Foto mit dir. Der Anzahl der Bilder nach, kleben wir mittlerweile schon in 10 verschiedenen Familienalben.

Am Nachmittag sind wir zur Grenze (Indien – Pakistan) gefahren. Zu Fuß unterwegs zu sein ist die eine Sache – mit dem Tuk Tuk zu fahren eine andere. Verkrampft und mit angstverzerrtem Gesicht klammert man sich an irgendetwas/-jemanden, wenn man dem Tode bereits ins Auge sieht und einen Unfall erwartet. Aber ich kann euch beruhigen.. die haben’s voll drauf. Inder fahren zwar wie sie wollen, aber es gibt eine wichtige Regel: wenn man auf eine Kreuzung zufährt, hupt man. Dann wissen alle anderen, dass man kommt. Dasselbe beim Überholen. Geile Regel. Das geht dann so: tüüüüüüt, schleichts eich, i kum! Unser Fahrer erklärte uns dann „You are the rulemaker, we are the rulebreaker“. Wir Weißen sind ja sowas von spießig.

Auf jeden Fall haben wir bei der Food Tour Fer und Sam kennen gelernt. Die sind richtig cool und wollen auch nach Dharamsala, weswegen wir unseren Bus umbuchten und bereits heute abreisen. Das Gespräch verlief ca. so:

„Your next stop is also Dharamsala, right?“

„Yep, on Sunday.“

„Oh, fuck, we’ll already leave tomorrow. Come on, join us!“

„Cool, yes, why not.“

DSC07844
Sam (Australien) & Fer (Mexiko) & Sarah

So läuft’s hier. Mag man sich, kommt man mit. Da sieht man wieder, wie gut es ist, keinen Plan zu haben und frei zu sein. Mehr Spontanität, bitte.

Heute haben wir mit Seema (indische Mami vom Hostel) gekocht: am Speiseplan stand Panir Masala mit Chapati. Panir = fester Frischkäse, alles in einer Art Tomatensoße mit Chili und Zwiebeln, mit Chapati = Fladenbrot. Wir haben uns jetzt schon in das indische Essen verliebt. ❤

Jetzt habt ihr viel zu viel zu lesen, sorry! Aber alles ist so spannend und neu und wir wollen euch natürlich genauestens informieren 🙂

Viel Spaß mit den ersten Geschichten, wir müssen zum Bus.

Peace.

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