Kein Titel, bin krank und unkreativ.

Zu allererst: wir haben die Busfahrt überstanden! Applaus für den Busfahrer (Mario Kart-Fan?) , der uns lebendig nach Dharamsala gebracht hat – und das trotz engen, kurvigen Straßen und 120 km/h. Dass es eigentlich eine durchaus gemütliche Fahrt war, würden wir ein paar Tage später erfahren. Mehr dazu im nächsten Blogeintrag.

Weg vom strengen Bundesstaat Punjab (bezogen auf Alkohol) haben wir uns auf vieles, aber vor allem auf eines gefreut: Bier!

14218339_1218638388156411_1006359644_n
Cheers to Dalai Lama!

Dharamsala, also eigentlich McLeod Ganj (Vorort von Dharamsala) liegt auf einer Höhe von ca. 1.800 Metern. Deswegen ist es hier ziemlich kühl –  im Vergleich zu Amritsar arschkalt. McLeod Ganj wird oft als „Little Lhasa“ bezeichnet, weil hier sehr viele Tibeter leben (Dharamsala ist Sitz der tibetischen Exilregierung).

In McLeod Ganj residiert der derzeitige Dalai Lama. Er ist 1959 aus Tibet hierher geflüchtet. Zugleich befindet sich hier der Dalai Lama Temple Complex – dieser besteht aus dem tibetischen Museum und dem Tsuglagkhang Tempel, welcher der größte tibetische Tempel außerhalb Tibets ist (dafür aber relativ unspektakulär).

DSC07931
Tsuglagkhang Tempel

 

Das tibetische Museum zeigt die Unterdrückung der Tibeter durch die Chinesen. Nach wie vor (!!!) bestimmen Gefängnis, Folter und Verbote deren Alltag. Der einzige Ausweg ist die gefährliche Flucht über den Himalaja. Die Geschichte Tibets ist interessant und zugleich erschreckend, eine derartige Situation ist für uns natürlich unvorstellbar.


Außerdem haben wir den Dalai Lama gesehen! Also fast. Ein bisschen zumindest. Okay. Sein Haus.

DSC07938

Hier die ganze Geschichte: als wir hörten, dass der Dalai Lama zurzeit öffentliche Audienzen gab, waren wir außer uns! Im Büro bekamen wir die Info, dass wir am nächsten Tag um 9 Uhr kommen sollten und uns dann für die Audienz anmelden können. Naiv tauchten wir am nächsten Morgen voller Vorfreude dort auf und freuten uns auf ein Selfie mit Dalai. Die Realität sah leider anders aus. Als wir ankamen wartete bereits eine megalange Schlange traditionell gekleideter und aufgebrezelter Leute. Wir erfuhren, dass sie nicht nur Geschenke für Dalai Lama dabei hatten, sondern bereits Tage zuvor einen Brief abgaben, warum sie ihn unbedingt treffen möchten. Anschließend kommt man auf eine Liste und erst dann kann man sich für die Audienz anmelden. Und dann gab’s uns: ohne Brief (als wäre „because it’s fucking Dalai Lama“ nicht Grund genug, tz!), ohne Geschenk (der bekommt eh viel zu viel), mit nicht grad sehr feierlicher Kleidung (Abendkleid und Smoking sind zu Hause, sorry). Soviel zu unserer Geschichte: wir so – wuuuuu, das Schicksal so – nöööö.

 

McLeod Ganj überzeugt aber nicht nur mit Dalai Lama und seinen bunten Tempeln – hier kann man einfach soooo gut chillen. Damit meine ich Tee trinken, im Café sitzen und lesen, Momos (LIEBE!) essen, sitzen und nichts tun und Mönche beobachten, Yoga- und Meditations-Kurse besuchen und… Bier.

Nach der Enttäuschung mit D.L. entschieden wir uns für die antialkoholische Version von Entspannung  – Yoga! Da ansonsten offensichtlich niemand Bock darauf hatte, waren es nur wie vier und unser Lehrer (übrigens das beweglichste Lebewesen, dass ich je getroffen habe).  1,5 Stunden und einige Verrenkungen später fühlten wir uns leichter denn je. Vor allem als wir die letzten zehn Minuten am Rücken liegen und jeden Körperteil entspannen mussten (Relax your nose – ööööh wie jetzt?) .

 

Das leichte, entspannte Gefühl nach dem Yoga entwickelte sich über Nacht zu einem fuuuuuuck schlimmen Muskelkater in Muskeln, von deren Existenz du nicht einmal Bescheid wusstest. Trotzdem hatten wir ein nicht weniger sportliches Tagesziel, und zwar die Wanderung auf den Triund (2842 Meter, bitte!). Ein Taxi brachte uns zum Ausgangspunkt, danach ging’s los. Im Internet und in Reiseführern hieß es, man braucht ca. 3,5 Stunden hinauf, 2 Stunden hinunter. Wir schafften es in 2 Stunden bzw. 1,5 Stunden. Die Wanderung war ziemlich anstrengend, es ging stets steil bergauf und bereits um 8 Uhr morgens war es ziemlich heiß. Oben angekommen, wussten wir, dass es die Mühe wert war. Wir hatten die wundertollste Aussicht: strahlend blauer Himmel und umgeben von Bergen des Himalaya-Gebiets.Es war traumhaft. Die Instant-Nudeln auch. 10 Minuten später zogen die Wolken herein und man konnte keine 10 Meter mehr sehen. Lucky us!

Was gibt es noch zu erzählen…

  1. Seit 7 Tagen ernähren wir uns ausnahmslos vegetarisch. Jaaaa, ich weiß, ich kann es selbst kaum glauben. Aber wenn man die Haltung der Tiere sieht, vergeht einem die Lust auf Fleisch. Außerdem ist die Auswahl an vegetarischem Essen (ich wiederhole, Momos! Wuu!) dermaßen groß, dass man Fleisch nicht eine Sekunde vermisst.
  2. Bei den Vorbereitungen für die Reise berechneten wir unser tägliches Budget: € 30,-  /Tag (sollten wir tatsächlich 12 Monate unterwegs sein). Aktuell geben wir ca. € 17,-/Tag/Person aus. Indien ist wirklich billig. Damit ihr euch eine Vorstellung machen könnt, hier ein paar Beispiele:
  • Frühstück (Gemüse-Omelette, 2 Stk. Toastbrot, Cappuccino) – ca. € 1,80
  • Hose, Bluse, Oberteil – ca € 3,-
  • Abendessen inkl. Getränk (z.B.: Nudeln mit Gemüse, Ei, etc.) – € 1,70
  • Fahrt mit dem Tuk Tuk zur Grenze (1 Stunde) – ca. € 2,30 p.P.
  • Momos von der Straße (10 Stk.) – ca. € 0,50
  • 1 Nacht im Hostel (2 Personen, Stockbett) – ca. € 6,60
  • 1 Bier (650 ml) – zwischen € 2,- und 3,- (TEUER 😦 )

Natürlich kann der Preis je nach Ort, Lokal, etc. variieren.

Leider bin ich krank und mit Medikamenten zugedröhnt, verzeiht mir also jegliche Rechtschreib-, Grammatik-, Ausdrucksfehler.

Adios Adios mis queridos amigos  ❤

PS: kennt ihr dieses Gefühl, wenn man kurz innehält, sich umsieht und denkt „Wow, und jetzt sitze ich hier…an einem fremden Ort… mit mehr oder weniger fremden Menschen. Alles ist neu – das Land, die Kultur, die Leute. Und trotzdem fühlt es sich nicht neu an. Da ist dieses vertraute Gefühl. Alles ist gut und du weißt du bist am richtigen Ort mit den richtigen Menschen.“ 🙂

4 Kommentare zu „Kein Titel, bin krank und unkreativ.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s