Incredible India

Hola ihr treuen Follower und ein großes Sorry, dass wir uns lange nicht mehr gemeldet haben. Ich weiß, ihr wartet alle schon seeehnlichst auf neue Geschichten.

An dieser Stelle möchten wir mal ein RIESENTAUSENDGROSSES DANKE loswerden. Danke für das wundertollste Feedback und für eure lieben Kommentare! Ich liebe es, unsere Abenteuer festzuhalten und ich liebe es noch mehr, wenn es euch gefällt!

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Fette Ghettofaust als Dankeschön! ❤

Da wir immer wieder mit dem Internet Probleme haben und uns dadurch das Hochladen von Bildern etc. erschwert wird, haben wir Neuigkeiten für euch. Alle die uns kennen, wissen: wir haben uns immer dagegen gesträubt, uns gegen die Selbstinszenierungsgeilheit gewehrt und uns vor allem darüber lustig gemacht (sorry an alle Beteiligten). Selfies mit zusammengepressten Brüsten, das healthy-low-carb Frühstück, das 300. Bild vom Jogging, das niemanden interessiert – nichts für uns. Aber nun, aus wirklich sehr naheliegenden Gründen, haben auch wir uns dafür entschieden, ein kleines, like-geiles Fischchen zu sein und mit dem Instagram-Strom zu schwimmen.

Nicht umsonst hab ich von meinen Arbeitskollegen ein Armband mit der Gravur „Little Miss Anti“ bekommen. Es stimmt, ich bin zuerst mal grundsätzlich dafür, dagegen zu sein. Facebook? Nä, Szene 1 ist doch gut. Whats App? Warum nicht einfach die gute, alte SMS. Quizduell? Ich spiel viel lieber echte Spiele mit echten Menschen. Ich bin immer die Letzte, nie up to date, was solche Dinge angeht.Ich bin halt ein Gewohnheitsmensch: ich mag, was ich hab. Neue Apps stressen mich. Und neu ist bekanntlich nicht immer besser.

Von allen Seiten, all unsere bisherigen Bekanntschaften, viele, die unseren Blog mögen und fest davon ausgehen, dass wir eines Tages damit reich werden (Daumen drücken 😀 ), haben wir uns immer wieder anhören müssen: Leute, ihr braucht Instagram. Geht ganz schnell, Selfie, ein paar Hashtags, zack, hochgeladen.

Ein bisschen schämen wir uns auch dafür. Aber ich schwör: 1. Das machen wir vor allem für euch, 2. Das machen wir vor allem für uns, weil wir ja reich werden wollen (haha) und 3. Wir posten niemals – bei Gott – niemals Duckface-Selfies, zwei Beine am Strand aka Frankfurter oder ein Bild von unserem Sixpack mit #ilovefitness (kann auch daran liegen, dass er nicht existiert). Indianerehenwort!

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Mmmh, Hot Dogs!

Also verurteilt uns nicht. Instagram ist ein durchaus nützliches Medium, um euch regelmäßiger an unserer Reise teilhaben zu lassen. Damit können wir die Zeit vom letzten zum nächsten Eintrag ein bisschen überbrücken und ihr seht, was gerade bei uns läuft. #wirsindjasowasvon2016

Also schnell Instagram herunterladen, uns suchen (wirunddiewelt) und folgen 🙂

Da wir mittlerweile auch gehört haben, dass unser Blog nicht nur unsere Leute im unmittelbaren Umfeld begeistert, sondern auch Freunde, Bekannte, Familie von Freunden, Bekannten, Familien: sharing is caring (das hab ich heut auf Instagram gelernt!). Wir freuen uns über jeden einzelnen, über jedes Feedback, über alle, die uns folgen, mögen, lesen, liken. Siehst, kaum auf Instagram und schon zählt man seine Follower.

Merci beacoup dafür!

Nun zu uns. Wo waren wir.. Aja, Leh.. oh Leh, du warst so schön! Aber wie immer im Leben kam auch hier der Zeitpunkt, an dem wir Baba sagen mussten. Nach langen Überlegungen und Kalkulationen (wir müssen ja unser Budget im Auge behalten) haben wir uns für den Flug nach Delhi entschieden. Dieser war zwar teurer, aber trotzdem die bessere Lösung. Niemand, wirklich niemand will noch einmal die Todesfahrt nach Manali durchmachen (20 Stunden), um anschließend die Höllenfahrt nach Delhi (nochmal 14 Stunden) zu unternehmen. Niemand.

Die Aussicht in Leh, die wir die letzten Tage rund um uns bestaunen durften, konnten wir beim Flug von oben genießen – richtig, richtig schön. Jetzt aber mal genug von Bergen und Wandern. Angekommen in Delhi brauchen wir erst mal 2 Stunden bis wir mit der Metro im Hostel sind. Wie immer – alles geht langsam, alle sind langsam, wir sind (mittlerweile) auch langsam. Die Metro in Delhi ist übrigens eine eigene Geschichte. Wenn du glaubst, die Wiener U6 zur Rush Hour ist vollgedroschen mit schwitzigen Achseln, dann hast du dich getäuscht. Wenn bei uns ein Abteil „voll“ ist, kannst du in Indien mindestens nochmal 43 Leute hineinquetschen. In Delhi wirst du in die Metro hineingepresst wie die Wurst in die Haut. Nichts mit „Warten, bis alle ausgestiegen sind“, hier geht’s um’s Überleben. Metro wird zum Twister-Spiel – in sich verwurschtelte Glieder, die versuchen, nicht umzufallen. Bei so viel Körperkontakt spürst du natürlich jeden (JEDEN!) Körperteil der Leute neben dir. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass deine Umgebung zu 98 % aus Männern besteht. Ka Scheiß.

Da ich offensichtlich nicht die einzige weibliche Person bin, die diese Situation als unangenehm empfindet, hat sich der Staat was richtig Nettes einfallen lassen: Extra Waggone nur für Frauen und Mädchen. Leider war Little Miss Anti (ich) wieder anti-Frauen-Waggon („na de soin sie ned so austön, heast“) und superklug und befindet sich daher keine 2 Minuten später inmitten einer Traube von indischen Männern, die starren. Hier würde der österreichische Ausdruck „des is wie a Unfoi, do kaunst ned wegschauen“ ziemlich gut passen. In diesem Fall war ich der Unfall. Und auch das erwartete beschämte Gesicht, wenn man zurückstarrt, bleibt aus. Alles noch akzeptabel, aber nach dem vierten Klaps auf den Po, bin ich dann endgültig in den Mädels-Waggon gehopst. Dort starren zwar auch alle, aber zumindest wird mein Popsch ignoriert.

Und dann… wollten wir so richtig in Delhi eintauchen. Mit dem Kopf voran, tief hinein in das Abenteuer Großstadt. Im Nachhinein gesehen war es eher ein kurzer Tapser mit dem kleinen Zeh. Hierfür gibt es diverse (triftige) Gründe:

  1. Die Metro. Verständlicherweise.
  2. Delhi ist riesig. Ein Koloss. Ein Weg von A nach B dauert Stunden. Die vielen kleinen Gassen und Wege sind verwinkelt und du fühlst dich, als wärst du mitten im Labyrinth. Natürlich ahnungslos und ohne den Ausgang zu finden.
  3. Nummer 2 wiederum führt dazu, dass du mit teils verwirrtem, teils verängstigtem Blick dein Ziel suchst. Plötzlich tauchen Inder vor dir auf, die dir anbieten, dich durch Delhi zu führen und/oder dich zum gewünschten Ziel zu bringen. Gratis, natürlich. Aus Hilfsbereitschaft und reinem Mitgefühl für die verloren gegangenen Touristen. Am Ende entpuppt sich dein neuer Homie als Arsch und du musst entweder für die Pseudo-Stadtführung bezahlen oder – noch besser – du musst bezahlen und bist noch weiter vom Ziel entfernt als vorher. (Diese Geschichte haben wir von (vielen, vielen) anderen gehört, ist uns aber nicht selbst passiert. Wir sind ja nicht blöd und fallen da drauf rein 😉 )
  4. „I hoss Leid“ – einer meiner Lieblingssprüche, den ich bis Delhi vergessen habe. Menschenmassen überall. Gedrängel. Für eine Strecke von 10 m brauchst du 8 Minuten. Jemand hat uns mal erzählt, dass wir in Indien als „die weißen Geldgeber“ bezeichnet werden. Wir, die Geld haben. Sie, die unser Geld wollen. Jeder Zweite will dir seine Zigaretten, Stoffe, Lederschuhe, Gewürze, etc. anbieten. Natürlich „cheap cheap for you, my friend“. Von allen Seiten wirst du belabert: Tuktuk? Best quality for you! Where are you from? Come in my shop! Which country? Spice market? Germany? Verhurter Drecksorschbeidl! Ausländer mit österreichischen Fäkal-Ausdrücken zu beschimpfen tut der Seele gut.
  5. Delhi stresst. Delhi trieft, du selber triefst. Delhi ist anstrengend. Laut. Heiß. Delhi kocht und lässt dich kochen. Delhi ist eine Kombination aus Praterstern, Mariahilferstraße und U6 hoch 4253.

(Anm.: bei Gesprächen mit anderen Backpackern, mussten wir feststellen, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die Delhi mögen (Freaks!) – also die oben genannten Punkte sind rein subjektiv und sollten euch nicht davon abhalten, hierher zu kommen)

Nachdem wir endlich den Ausgang aus dieser Irrenanstalt gefunden haben, landeten wir auf der Dachterrasse unseres Hostels und wagten den restlichen Abend nur noch die paar Schritte zum Bier Shop und zurück.

Am nächsten Morgen läutete der Wecker um exakt 03:30 Uhr: unsere erste Zugreise in Indien beginnt. Trotz der Vorfreude auf das Railway-Abenteuer hinterließ die Taxifahrt eine traurige Stimmung bei uns allen, eine dicke, graue Wolke schwebte über uns. Delhi bei Tag ist schlimm, bei Nacht noch schlimmer (trauriger).

Jeder öffentliche Platz, die Gehsteige, die Straßen – alles voll mit schlafenden Menschen und Kindern. Leute, die offensichtlich kein Zuhause haben und jede Nacht hier verbringen. Natürlich sieht man auch in Österreich Obdachlose, aber die Anzahl lässt einen erschrecken. Jeder Quadratmeter voll, wie in der Sardinenbüchse aneinandergereiht. Bisher kamen wir mit dieser Seite Indiens kaum in Berührung.

Jeder weiß, dass Armut in Indien ein großes Thema ist, dass die Kluft zwischen arm und reich groß ist und immer größer wird. Aber dann tatsächlich hier zu stehen und es mit eigenen Augen zu sehen… Paläste grenzen an die Slums-Hütten. 10-Tages-Hochzeiten mit Prunk und Glitzer übertönen nächtelang die Stadt, während die 5-Jährigen auf den Treppen davor versuchen zu schlafen. Incredible India, heißt es. Ein Widerspruch in sich. Auf der einen Seite so vielseitig, bunt, glücklich, schön. Familie steht an erster Stelle, Gemeinschaft und Zusammenhalt wird hoch gepredigt. Noch viel größer die Gastfreundschaft, man fühlt sich willkommen und gut aufgehoben.

Auf der anderen Seite die Schattenseite: Armut, Smog, Müll. Ein riesiges Land, fast so groß wie ganz Europa, das überfordert ist mit dem Wachstum der Bevölkerung. Die Müll-Berge häufen sich an jeder Ecke, Plastikflaschen liegen hier am Boden wie bei uns Zigarettenstummel. Abgemagerte Menschen und Tiere sitzen im Dreck. Es ist nicht das erste Mal, dass mir dieses Bild Tränen in die Augen treibt.

Jemand hat mir erzählt, dass es Touristentouren durch die Slums in Mumbai gibt. Stellt euch das mal vor: Touristen mit Fischerhut und Sandalen spazieren gut gelaunt durch die Slums und schwingen die Nikon-Spiegelreflexkamera, um daheim mit den Bildern von armen Leuten anzugeben. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Zurück im Taxi starre ich aus dem Fenster. Ich weiß nie, wie ich damit umgehen soll. Wenn ich hinsehe, fühlen sie sich wie Tiere im Zoo? Zur Schau gestellt, beobachtet, da, um unsere Neugier zu befriedigen? Wenn ich wegsehe – bin ich eine ignorante verhätschelte Fotze, die sich damit nicht beschäftigen will? Wegschauen, um nicht damit konfrontiert zu werden?

Ich habe viel darüber nachgedacht, wir haben viel darüber gesprochen. Auch diese Seite gehört zu unserer Reise dazu. Als wir letztens mit dem Jeep unterwegs waren und ich wieder verträumt aus dem Fenster blickte, sah ich einen Mann. Er saß am Boden, vor ihm eine Mülltonne mit Feuer, an dem er sich die Hände wärmte. Seine Kleidung war dreckig, so wie seine Hände, sein Gesicht. Anhand seines äußeren Erscheinungsbildes wage ich es zu behaupten, dass er obdachlos war bzw. nicht viel (Materielles) besitzt. Ich sah ihn, er sah mich und – winkte mir zu. Er hatte das breiteste, wunderschönste und ehrlichste Lächeln und winkte mir zu. Er hat vielleicht nicht viel (Geld, Kleidung, Essen, etc.), aber dafür das allergrößte Herz. Dieses Bild, der Mann mit dem faltrigen Gesicht und dem schönsten Lächeln auf Erden, schwebt mir seit Wochen im Kopf herum. Nicht viel haben, aber alles geben. Eine große und eindrucksvolle Eigenschaft der Inder. Haben wir das verlernt?

Irgendwo hab ich mal gelesen: wir in Österreich sollten uns nicht beklagen, so lange wir unsere Scheiße noch immer mit Trinkwasser hinunterspülen. Word.

Wir sollten uns immer wieder aufmerksam darauf machen, dass wir scheiß Glückskinder sind. Richtig grauslich kitschig, aber: wir sollten aufhören, uns zu beklagen und schätzen, wie gut es uns geht.

Seien wir uns mal ehrlich: nicht nur Wien – ganz Österreich beklagt sich, raunzt, sudat. Das ist blöd, das mag ich nicht, das ist zu teuer, das wirkt zu billig, ich habe Hunger, ich habe zu viel gegessen, ich hab zu viel getrunken, ich will wieder mal trinken, das tut mir weh, das find ich nicht gut, ich mag nicht mehr, ich will dich nicht mehr, wieso willst du mich nicht mehr. First world problems, oida. Und ja – ich bin dieselbe.

Deshalb läuft bei uns gerade die Anti-Sudan-Challenge. Wenn du Hunger hast, iss. Wenn dir kalt ist, zieh dir was an. Aber halt dabei dein Maul. (Natürlich sehr vereinfacht ausgedrückt und nicht in allen Lebenslagen möglich, klar.) Nach den ersten zehn Minuten wird dir bewusst: challenge failed. Schon wieder beim Sudan ertappt. Naja, immerhin können wir uns gegenseitig aufmerksam machen und so zumindest versuchen, uns nur ein bisschen bisschen weniger zu beschweren. Weil, wie sagt man in Österreich: wer laung sudat, wird ned budat.

Zurück zur Zugfahrt: Zugfahren in Indien ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Da Flüge vergleichsweise recht teuer sind, reisen Inder gerne und fast ausschließlich mit dem Zug. Das wiederum heißt, dass man nicht unbedingt erst zwei Tage vorher buchen sollte (so wie wir). Spätestens bei den Tickets steigt man dann komplett aus: 1AC, 2AC, 3AC, Sleeper, Taktal, ohne Bett, etc. Deswegen rein in die Travel-Agentur und raus mit den Tickets.

Solltet ihr jemals in Indien mit dem Zug fahren, wundert euch nicht, wenn der ganze Bahnhof, die Bahnhofshalle, die Bahnsteige voll mit schlafenden Menschen sind. Hierfür gibt es einen ganz logischen Grund: in Indien kommt es nämlich ziemlich häufig zu Verspätungen. Und zwar nicht so lulu-nicht-der-Rede-wert-Verspätungen von 15 Minuten wie in Österreich (wo sich sowohl Businessmänner (verständlich) als auch Pensionisten (ihr hobts eh nix zum doa?) aufregen und sofort eine Beschwerde bei der ÖBB einreichen). Während wir auf unseren Zug warten, hören wir die Durchsage: der Zug Nr. 123 nach ABC hat 6 Stunden Verspätung. Wir bitten um ihr Verständnis.

In Österreich würde die Reaktion folgendermaßen aussehen: „Geh scheißn mit deim Verständnis! Hurens ÖBB! Immer dessöbe.“ Dann würden alle ihr Handy rausholen und alle Termine, Besprechungen, Treffen, Restaurantbesuche verschieben oder absagen.

Hier läuft das so: Decken werden ausgebreitet, das Picknick serviert und danach ein kurzer Powernap gehalten. Und kein Indian Railway Mitarbeiter wird angeschrien. Ich wiederhole: Incredible India. Wieder sollten wir uns das Gemüt der Inder zum Vorbild machen und uns ein Scheibchen Gelassenheit abschneiden. Unser Zug nach Jaisalmer kommt lustigerweise auf die Minute genau. Als würden sie wissen, dass Weiße mitfahren. Die zucken sonst wieder aus.

Wie auch immer – Zug bleibt stehen – Menschenmassen strömen aus dem und in den Zug, wir müssen nur unseren Waggon finden. Beim Suchen sehe ich ein Abteil, in dem Leute hineingequetscht á la Metro stehen und ihre Gliedmaßen irgendwie aus dem Fenster hängen lassen. Könnte man 5 Minuten ertragen – aber 18 Stunden? Unseren Waggon wiederum könnte man als Luxus-Abteil beschreiben. Zwei Betten übereinander, viel Stauraum und Platz, wenig Leute, frische Bettwäsche, fancyschmancy. Alles gut, tschutschu, los geht’s! Dank Valium und Ohropax hatten wir den erholsamsten Schlaf, den man im Zug haben kann.

 

Next Stop: Jaisalmer. Die goldene Stadt. Schon beim Aussteigen knallt dir die schwere, heiße Luft ins Gesicht: 38 Grad. Jaisalmer befindet sich im Bundesstaat Rajasthan und ist mit rund 60.000 Einwohnern eigentlich ein Dorf. Klein, aber sowas von fein! Das Großstadtflair von Delhi konnten wir ja bereits zur Genüge genießen. Der Mittelpunkt der Stadt bildet eine riesige Festung, zugleich der historische Stadtkern der Stadt. Dort leben ca. 3000 Menschen. Und zu meinem Bedauern genauso viele Fledermäuse.

Next Stop: Bhang Shop. Ein ganz wichtiger und traditioneller Shop in Jaisalmer ist der Bhang Lassi Shop. Bhang ist eine traditionelle Hanfzubereitung und besteht aus getrockneten Blättern und kleinen Blütenständen der Hanfpflanze. In einigen Bundesstaaten ist es möglich und vor allem legal, Bhang in den verschiedensten Formen zu bekommen (siehe Eintrag Manali „Special Green Smoothie“). Hier sollte man allerdings vorsichtig sein, da statt nur Bhang teilweise ein Gemisch aus Bhang mit LSD und/oder Ecstasy verkauft wird. Da der Bhang Shop in Jaisalmer aber zu den offiziellen staatlichen Läden in Indien zählt, kann man sich darauf verlassen, dass man ein natürliches Produkt zu sich nimmt. Bevor man überhaupt bestellt, wird einem alles genau und ausführlich erklärt: Was ist Bhang? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Welche Wirkung hat Bhang und in welcher Form nimmt man es zu sich? Jeder wird zu seinen Marihuana oder Bhang Gewohnheiten befragt: rauchst du? Wie viel rauchst du? Was rauchst du? Erst anhand dessen wird die für dich perfekte Dosis bestimmt. Äußerst vertrauenswürdig und kompetent, muss ich schon sagen. Die Stärke variiert von light, über medium und strong bis hin zu 24-Stunden-super-duper-strong. Für uns light plus, immerhin. Light ist ja nur was für Lulus. Dann wiederum kannst du wählen: Lassi , Fruchtsaft oder Milchshake, diverse Geschmäcker von Schoko bis Mango, rauchen als Joint oder – für alle Frissnigl da draußen – in Form von Cookies. Ganz schön kompliziert, dafür, dass man doch nur Drogen nehmen will! (An Mamas und Papas: Scherzal 🙂 )

Die Wirkung tritt nach ca. 90 Minuten ein und hält ca. 3-4 Stunden an. Grundsätzlich wirst du von Bhang gechillt und relaxt, aber wie bei Marihuana und allen anderen Formen von Drogen, kann die Reaktion variieren.

Exakt 1,5 Stunden nach unserem Honig-Lassi spüren wir es. Modus: Bob Marley. Tatendrang: Kartoffel.  Und so lustig, des gfoit uns!  Wir besorgten uns gleich noch Cookies – diese sollten uns später auf der Farm noch hervorragende Zeiten bescheren.

Next stop: Green Arts. Green Arts hat ein Guest House in Jaisalmer und eine Farm in der Wüste. Wir haben bereits in Österreich von einer Freundin davon gehört und haben alle mit unserer Begeisterung für Farmarbeit angesteckt. Deshalb hatten wir ein Treffen im Guest House mit den Besitzern, eine Österreicherin und ein Inder,  um alle Details zu besprechen. Ich muss ehrlich gestehen, ich war ein bisschen aufgeregt. Wie vor einem Bewerbungsgespräch. Was wollen die wissen? Ob ich vielleicht mit einer Rezension von Papa über meine außerordentliche Rasenmäh-Kenntnisse punkten kann? Stärke: ich liebe Schaufeln? Ich muss gerade lachen, wenn ich daran denke, wie es tatsächlich abgelaufen ist: zuerst mal Chai (of course!),  dann gemütliches Kennenlernen, Geschichten über die Farm, Erzählungen über uns. Alles gechillt. Ich vergesse immer wieder, dass wir in Indien sind. Gabi & Hanif (die Besitzer) sind die Sorte Leute, bei denen man sich sofort wohl fühlt und am liebsten nie wieder gehen würde. Auch die Atmosphäre im Guest House ist warm und herzlich und man fühlt sich wie zu Hause. Nachdem wir dann auch noch erfuhren, dass Gabi aus Krenglbach (5 km von Pichl entfernt) ist, hatte sie sowieso den Oberösterreich-Bonus: sauleiwaund.

Gleich am nächsten Tag sollten wir beginnen. Yessss – arbeiten auf einer Farm, das wollten wir unbedingt erleben!

Next Stop: Farm. Dieser Abschnitt unserer Reise verdient natürlich einen eigenen Eintrag.

Bis dahin ciao, ciao und shanti, shanti.

 

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