Sri Lanka – the light version of India

Leute, ich bin so hinten hinten hinteeeen beim Blog. Aber wir sind so busy busy busy. Und wenn man sich zwischen Kaffee und mit anderen quatschen oder alleine Blog schreiben entscheiden muss, dann kennt ihr die Antwort: Leben 1, Blog 0. Sorry. Außerdem war ich eigentlich brav und hab sogar geschrieben – was und für wen ist noch geheim, mehr dazu in ein paar Tagen!

Jetzt erst mal die ersten Geschichten aus Land Nummer 2 unserer Reise: Sri Lanka.

Von Sri Lanka war nie die Rede. Aber wie wir uns eben vorgenommen haben, ist es besser, weniger zu planen und spontan zu entscheiden. In Indien haben wir so viele getroffen, die von Sri Lanka geschwärmt haben, also haben auch wir den Flug nach Colombo gebucht. Warum auch nicht? Waren wir noch nie, schauen wir uns mal an.

Ich weiß, ich weiß, man soll ja Länder niemals vergleichen und so. Weil überall ist es anders, neues Land, neue Sitten, blablabla. Aber bei Indien und Sri Lanka liegt’s nun mal einfach auf der Hand. Wir haben oft gehört, dass sich die Länder ziemlich ähnlich sind, aber dann irgendwie wieder doch nicht. Viele sagen auch, dass Sri Lanka the light version of India sei. Light ist zwar nicht so unser Ding, weder beim Käse noch bei Ländern, aber egal. Wir wollen uns selbst ein Bild davon machen. Jetzt freuen wir uns erst mal auf ein neues Land, auf eine neue Kultur, auf neues Essen und auf neue Erfahrungen. Keine Ahnung, was uns erwartet. Der Reiseführer wird wie immer selten aufgeschlagen. Wir sind gespannt!

Schon beim ersten Spaziergang durch Colombo merken wir: the light version, da ist was dran. Die Straßen sind Mr.Propper-blitzeblank, viel weniger Müll. Es gibt Polizisten, die auf Pferden (warum auch immer) den Verkehr regeln. Es gibt Ampeln und die Auto-, Motorrad- und Tuk Tuk-Fahrer halten sich auch tatsächlich daran. Ich fass es nicht. Wir gehen wie so üblich seitlich auf der Straße, bis wir merken: um Gottes Willen, hier gibt es sogar Gehsteige! Was für ein Luxus! Ein eigener Weg, nur für uns. Obwohl wir uns schon daran gewohnt haben, dass alle 2 Sekunden ein Fahrzeug so knapp bei dir vorbeirast, dass du grundsätzlich niemals deine Arme vom Körper entfernst. Und dann – haltet euch fest – diese weißen Streifen, die auf die Straße aufgemalt werden. Wie war das nochmal… Zebrastreifen. ZEBRASTREIFEN. Was für ein fußgängerfreundliches Land. Das entspricht ja schon den europäischen Standards. Nichts mehr mit Hand vor das rasende Auto halten á la Stopp, i geh do jetzt und die Straße überqueren. Warten, bis die Ampel grün leuchtet und der Polizist winkt und dann gehen. Auch irgendwie fad.

Erster Eindruck: definitiv the light version. Sri Lanka ist wie der bunte, schöne Spielplatz nach der wilden, dreckigen Baustelle. Sri Lanka ist Disneyland. Auch die Leute starren nicht so. Das liegt vermutlich daran, dass Sri Lanka ein sehr beliebtes Reiseziel ist und die Einheimischen sich demnach schon an die weißen Pünktchen gewohnt haben. Schauen tun sie natürlich schon, aber nicht der uns aus Indien bekannte Blick. So penetrant, als hättest du einen Popel im Gesicht und niemand will’s dir sagen.

Colombo selbst ist ziemlich unspannend (ich hab nicht mal Fotos :O). Es gibt nicht wirklich etwas, dass an die lange Geschichte erinnert. Allerdings finden wir das Dutch Hospital – ein altes Krankenhaus, das renoviert wurde und wo sich jetzt verschiedene Shops, Restaurants und Cafés befinden. Wir sitzen und trinken frischen Eistee aus coolen Gläsern und fühlen uns so modern, so cool, so Hipster. Wir plaudern und sind ganz vertieft in unser Gespräch über das neue Land und bestellen, so ganz nebenbei, einen Hot Dog.  Wir reden weiter, quassel quassel quassel, bis mich Philipp nach 10 Minuten unterbricht und meint: „Ähm Schaaahaatz… weißt du eigentlich, dass wir gerade Fleisch bestellt haben?“ Haha, aja. Die Macht der Gewohnheit. Nach über 3,5 Monaten (mit einer Ausnahme) Fleisch. Schmeckt immer noch, muss ich zugeben.

Wir verbringen nur den Nachmittag und eine Nacht in Colombo und fahren am nächsten Tag mit dem Zug nach Kandy. Schnell bemerken wir, dass Zugfahren hier nicht so gemütlich und easy ist wie in Indien. Zugfahren ist definitiv the complicated and annoying version of India. In Indien haben wir das Ticket ein paar Tage vor der Fahrt gebucht, wir hatten immer eine Reservierung für einen Sitzplatz oder ein Bett und wurden während der Fahrt vom Chai- und/oder Curry-Verkäufer gemästet. Zugfahren in Indien hat uns nie genervt, nicht mal nach 18 Stunden.

Hier sagt uns der Ticketverkäufer, dass alle Tickets mit Sitzplatzreservierung bereits für die nächsten drei Wochen ausgebucht sind. Es gibt nur noch die normalen Tickets ohne Reservierung, was bedeutet: Ticket hat man, Sitzplatz muss man sich erkämpfen.

Also stehen wir in einem Meer aus weißen Touristen und Einheimischen am Bahnsteig und sehen uns in Gedanken schon oben am Zug sitzen. Nicht mit miiiiir! Zug fährt ein, Sarah beginnt mit der Ellbogentechnik: pam, pam – Ellbogen (unauffällig) in die Körper der anderen stoßen, pam, pam – mit den Ellbogen die Leute (wieder unauffällig) wegdrängeln, pam, pam – zusätzlich mit dem großen Rucksack die restlichen Menschen wegschubsen. Wenn man den freien Platz sieht, zielsicher darauf zugehen, durchdrängeln, durchwursteln. Und BÄM – Sitzplatz. Da darf man keine Skrupel haben. Wenn’s darum geht, ob ich die nächsten 5 Stunden sitzend oder stehend verbringe, bin ich egoistisch. Während uns die anderen böse anschauen (wenn Blicke töten könnten, haha), breiten wir uns auf unseren Plätzen aus. Das haben Philipp und ich in den letzten 1,5 Jahren perfektioniert: während ich wie ein Wirbelwind in den Zug stürme, wartet er draußen mit unserem Gepäck und kommt dann nach. Arbeitsteilung im 21. Jahrhundert: die Frau kämpft und arbeitet, der Mann raucht und steigt später gemütlich ein. Das haben wir von unserer Emanzipation.

Kandy an sich ist gar nicht so zuckersüß, wie der Name verspricht. Eine unauffällige Stadt, nicht wirklich aufregend, nicht wirklich besonders, so wie Wels. Da fährt man auch nicht hin, weil’s so schön ist.

20161217_121507
Kandy: naja. Zimmer: oh ja!

Am Nachmittag treffen wir hier zwei Österreicher, allerdings nicht zufällig. Es war mehr so: Chris ist eine Klasse über mir in die Volkschule gegangen und wir waren gemeinsam im Jungscharlager – so viel zu unserer gemeinsamen Vergangenheit. Wie das nämlich die meisten machen, sind wir dann beide irgendwann aus Pichl geflohen, allerdings in verschiedene Richtungen. Seitdem haben wir uns nie wieder gesehen (eventuell mal im Rausch bei einem Bauernfestl, aber da sind wir uns beide nicht sicher). Kein Kontakt, aber wie das heutzutage so ist, natürlich auf Facebook befreundet. Dort liest er, dass wir bald nach Sri Lanka kommen und schreibt mir, dass er auch zur selben Zeit für 4 Wochen hier sein wird. Also treffen wir uns. Ich muss zugeben, ein bisschen aufgeregt bin ich schon… wie vor einem Blind Date. Ich hab ihn ja schon seit 15 Jahren nicht mehr gesehen, geschweige denn mit ihm gesprochen. Und damals war er 12, also hööööchstwahrscheinlich hat er sich doch etwas verändert. Die ganze Aufregung war umsonst – wir verstehen uns gut, auch mit dem Freund (Josi), mit dem er unterwegs ist. Am Abend gehen wir gemeinsam Bier trinken und nach dem Konsum von Alkohol versteht man sich bekanntlich ja gleich noch viel besser. Also beschließen wir, gemeinsam weiter zu reisen.

Am nächsten Morgen beim Frühstück erzählt uns ein Pärchen die wohl schlimmste Geschichte, die einem beim Reisen passieren kann: sie sind mit dem Tuk Tuk in die Unterkunft gefahren und WÄHREND DEM FAHREN (das muss man sich mal geben) hat ihnen ein vorbeifahrender Motorradfahrer den Rucksack aus der Hand AUS DEM TUK TUK gerissen. Gestohlen. Der ganze Rucksack mit Pass, Handy, Kamera, E-Book – weg. JA, so haben wir auch geschaut. Da siehst du, wie dein ganzes Leben auf dem Motorrad davon fährt. Ich glaube, wenn uns das passieren würde (3x auf’s Holz klopfen), würde ich schreien und weinen. Erst jetzt fällt uns auf, wie naiv und leichtsinnig wir immer sind. Unsere Rucksäcke haben wir in der Unterkunft selten eingesperrt, auch nicht im Schlafsaal mit 15 fremden Menschen. Die Rucksäcke waren auch schon oft allein im Tuk Tuk, während wir mit dem Geld abheben beschäftigt waren. So schnell kann man gar nicht schauen – zack – baba Identität. Ich weiß auch nicht warum, aber wir denken einfach nicht an sowas. Wir glauben halt noch an das Gute im Menschen, pah! Naja, ab jetzt vielleicht weniger vertrauen, mehr nachdenken und auch mal unser Schloss verwenden.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt (da ist Wels ja spannender) und um den See (sehr romantisch) sowie einer kurzen Wanderung zu einer der zig riesigen Buddha-Statuen des Landes (30 Meter – wirklich riesig), war’s das schon wieder in Kandy.

Wir fahren mit dem Bus weiter Richtung Norden nach Sigiriya. Ein klitzekleiner Ort, allerdings sehr beliebt bei Reisenden wegen dem berühmten Löwenfelsen (historische Felsenfestung). Hier wohnen wir in der bisher mit Abstand schönsten und saubersten Unterkunft: großes Zimmer mit Terrasse mit dschungelähnlichem Garten, Riesenbett (mit Blumen verziert, so süß!), Dusche mit Warm(!)wasser, alles sauber und geräumig und sogar mit ganz viel Stil eingerichtet. Das hatten wir noch nie. Soviel Luxus für € 5,- die Nacht, und das inklusive Frühstück. Da wären wir wieder bei the light version of India.

Weniger schön ist das Wetter: es regnet. Und zwar nicht einer von diesen Nieselregen, bei dem in Wien schon wieder jeder seinen Werbe-Regenschirm aufspannen würde, sondern so, als würde jemand die Dusche auf Anschlag aufdrehen. Es schüttet wie aus Eimern. Unser erster richtiger Regen am 110. Tag der Reise, da darf man sich nicht beklagen. Außerdem, wie mein Papa früher immer gesagt hat: wir sind ja nicht aus Zucker! Also packen wir unsere Regenjacken aus und machen einen Tagesausflug nach Dambulla. Hier besuchen wir den Höhlentempel, somit hätten wir das Thema Tempel in Sri Lanka auch abgehakt (ihr wisst ja, was wir vom Besuch von 100 Tempel und ihrer Geschichte halten).

Beim Nachhauseweg kommen wir zufällig bei einem Gemüsegroßmarkt vorbei – ein Paradies für alle Vegetarier. Touristen waren hier wahrscheinlich noch nicht so viele, wir ziehen mal wieder alle Blicke auf uns. Wir machen einen auf doof und fragen jeden Verkäufer „Was ist denn das für ein Gemüse, wir sind aus Österreich, wir kennen das nicht!“ oder „Wie schmeckt denn der Lauch hier in Sri Lanka?“ und bekommen ganz viele Kostproben geschenkt. Österreichs Ruf musste vielleicht darunter leiden, aber dafür haben wir jetzt einen Strauß Rettich.

Am Abend kocht der Besitzer vom Gästehaus für uns und wir kommen endlich in den Genuss von Sri Lankas Küche: Reis mit 5 verschiedenen vegetarischen Currys. Nom nom, sag ich nur. Curry kennen wir zwar schon von Indien, schmeckt hier aber trotzdem anders. Auch das traditionelle Frühstück hier ist uns neu: Kokosnussfladen mit Linseneintopf und Sambol, eine Beilage aus frischen Kokosraspeln, Chili, Zwiebel, Tomaten. Vorsicht, Suchtgefahr!

dsc00814
Schmeckt.

Am nächsten Morgen wollen wir auf den Pidurangala Felsen kraxeln, von dem aus man den Löwenfelsen sieht und dort den Sonnenaufgang sehen. Allerdings regnet es immer noch, der Himmel ist bewölkt und grau. Es ist nass und feucht und glitschig und bäh. Trotzdem marschieren wir rauf. Schön, aber noch immer bewölkt. Der Löwenfelsen wird die meisten Zeit von dicken grauen Wolken verdeckt. Die Wolken ziehen weiter und ab und zu blitzt er dann doch hervor. Schnell ein Foto – der Beweis, dass wir ihn gesehen haben  – und schon geht’s wieder runter.

Nach einer warmen Dusche (wie lange haben wir kein warmes Wasser mehr auf unserer Haut gespürt… ich will nie wieder rauuus!) geht’s mit dem Bus wieder zurück nach Kandy und dann mit dem Zug ins Hochland von Sri Lanka, genauer genommen nach Ella. Die Zugfahrt von Kandy nach Ella wird von jedem Reiseführer empfohlen, weil die Strecke landschaftlich gesehen unglaublich schön sein soll. Spätestens auf dem Bahnsteig wissen wir, dass wir nicht die einzigen sind, die den Reiseführer aufgeschlagen haben. Da der Zug von Colombo kommt, ist er bereits voll. Also richtig delhi-metro-voll. Ich vermute, da nützt nicht mal meine Ellbogentechnik was. Wir sind froh, dass wir überhaupt Platz im Zug haben und verbringen die nächsten 3 Stunden stehend am Gang, wo wir alle 2 Minuten zur Seite rücken müssen, weil irgendein Verkäufer mit einem Korb voll Garnelen durch den Zug rennt. Shrimps ist das neue Chanel.

20161221_115504
Bisschen voll.

Also eines muss man Indien wirklich lassen: das Land ist riesenfuckinggroß, aber das öffentliche Verkehrsnetz bzw. die Verkehrsverbindungen sind einfach nicht zu überbieten. In jedes kleine Dorf gibt’s mehrmals täglich einen Bus, direkte Verbindung, ohne viel Aufwand, Sitzplatz meistens garantiert. Wenn ich die Länder diesbezüglich vergleichen müsste, geht der Punkt definitiv an Indien. In Sri Lanka sind die Öffis zwar saubillig (5 Stunden Busfahrt für € 1,-), aber dafür auch richtig scheiße. Für eine Strecke von 130 km braucht man 5 Stunden. Direktverbindungen gibt’s so gut wie nie und es gibt generell viel zu wenig Busse, weswegen man von Sitzplätzen nur träumen kann. Nicht, dass wir jetzt so anspruchsvoll sind, aber das muss schon mal gesagt werden, zah!

Wie auch immer: irgendwann hat die Familie neben uns Mitleid mit mir und bietet mir einen Sitzplatz an. 2 Plätze, 5 Leute. Wie winzig können Menschen eigentlich sein?

img_5442
Einer für 4 und einer für mich.

Endlich steigt die Familie aus und Philipp und ich haben unsere eigenen Plätze. Und endlich können wir uns voll und ganz auf die Landschaft konzentrieren. Und ja, es stimmt tatsächlich: die Zugstrecke ist ein Traum. Man tuckert quasi mitten durch die Wildnis: das grüne Hochland Sri Lankas zieht an uns vorbei, die riesigen Teeplantagen, dann gewaltige Berge, dann glitzernde Seen. Nichts außer Natur. Und unsere blitzblaue Lok. Es wird wieder Zeit für Musik im Ohr. Fenster auf, den Fahrwind spüren und die Gedanken kreisen lassen. Plötzlich werden wir von lautem Geschrei aus unseren Tagträumen gerissen. Warum auch immer, aber jedes Mal, wenn wir in einen Tunnel einfahren, schreien die Einheimischen laut und mit voller Begeisterung „Wuuuuuu!“ Die spinnen, die Sri Lanker.

Ella liegt im Hochland von Sri Lanka und erinnert uns an das indische Munnar: Teeplantagen überall. Bevor wir zu unserer Unterkunft fahren, essen wir nochmal Reis & Curry – unser Hauptnahrungsmittel seit über 3 Monaten. Aber ganz ehrlich, man (wir?) kann einfach nie genug von geilem Eintopf-Gatsch haben. Die Preise für Essen sind in Sri Lanka übrigens relativ ähnlich wie in Indien – ab € 0,80 kannst du dir den Bauch vollschlagen. Dadurch, dass das Land allerdings sehr touristisch ist, findet man auf den ersten Blick nur überteuerte und dazu noch schlechte Restaurants. Mittlerweile haben wir aber ein ganz gutes Auge für billige Restaurants: suche einfach eine abgeranzte Bude, in der nur Einheimische sitzen, dann bekommst du leckeres und gleichzeitig günstiges Essen.

Am Abend kommen wir dann komplett erledigt in unserer abenteuerlichen Unterkunft namens Guru Guru Tomorrowland Camp an. Was das Besondere daran ist? Wir schlafen nicht in einem Zimmer, sondern in einem Zelt. Es gibt ein großes Gebäude mit Bar, DJ Pult und Tanzfläche (Tomorrowland für Arme?) und draußen im Garten ca. 10 einfache Zelte für jeweils 2 Personen. Richtig gute Idee, finden wir. Den Rucksack kann man im Gebäude lassen und es gibt natürlich Bad und WC. Campen für Lulus, das wär was für meine Schwester. Wem das noch nicht genug ist, der kann in einem der 2 Hängezelte übernachten, aber Achtung: hängt durch, also nichts für schwache Rücken! Abenteuerfaktor: 100. Komfort: 0.

Ella befindet sich auf 1000 m und abends wird es hier schnell richtig frisch. Ich seh mich schon im Zelt bibbern. Ihr müsst wissen, ich bin eine dafreade Urschel, wie wir in Oberösterreich so schön sagen würden. Mir ist immer kalt, meine Füße haben dieselbe Temperatur wie ein Eiszapfen und ich hab schon so manche Nacht in der gesamten Kleidung, die der Rucksack hergibt, verbracht. Während Philipp nur mit Boxershort schläft, lieg ich dann mit Stricksocken, Leggings, Pulli, Schal und Haube im Bett. Und das nur, weil der Ventilator über’m Bett ein ist. Jap, ich bin eine Kälte-Pussy. Im Zelt ist es allerdings absolut kuschlig: dicke Matratze, warme Decke und dann noch mein persönliches Wärmekissen namens Philipp.

Gestern haben wir beim Raufgehen auf den steilen Hügel noch geflucht, heute wissen wir, es hat sich gelohnt: das Camp befindet sich mitten in der Natur und vom Hügel hat man eine geniale Aussicht über Ella. Frische, kalte Luft und warmer, duftender Kaffee – Aufwachen nach meinem Geschmack.

Ella hat so einiges zu bieten und ist eine Oase für alle Naturliebhaber: man kann tagelang durch die Teeplantagen wandern und/oder auf einen der vielen Berge bzw. Hügel gehen. Wir entscheiden uns für die Wanderung auf den Little Adam’s Peak, ein kleiner Berg, der mitten in den Teeplantagen aus der Erde ragt.

Anschließend gehen wir auf den Zugschienen durch Wald und Wildnis bis ins Zentrum von Ella. Keine Panik: die Züge in Sri Lanka fahren so langsam, da kann nichts passieren. Wenn man den Zug sieht, kann man locker noch 3 Räder auf den Schienen schlagen, ohne dabei ein Risiko einzugehen.

Nachdem der Camp-Besitzer von einem wunderschönen und riesigen Wasserfall geschwärmt hat, machen wir uns am Nachmittag auf den Weg dorthin. Eines haben wir daraus gelernt: vertraue niemals einem Sri Lanker, wenn es um Wasserfälle oder Berge geht. Berge sind in Wirklichkeit meistens Hügel und der „riiiesige Wasserfall“ entpuppt sich als kleines Rinsal. Jeder Wasserhahn hat mehr Power. Wir so „äääh, okay“, die einheimischen Touristen so „wuuuuuu!“ Himmehochjauchzend springen sie in die kleine Lacke und packen ihr Leben nicht mehr. Wir sind auch … voll… begeistert. Und so.

Den Eintrag möchte ich heute mit einem Zitat von Philipp beenden, nachdem er sich stundenlang über die hier üblichen Leintücher ohne Gummi, die nachts immer rausrutschen, aufgeregt hat: „Also, wenn ich in Sri Lanka was erfinden würde, dann wären das Spannleintücher. Das versteh ich nicht. So teuer kann so ein Gummi doch nicht sein!“

 

So und ich schwöre, die restlichen Geschichten kommen ganz ganz bald. Also in den nächsten Tag mal. Wenn ich dazu komm. Oder so.

Liebste und zaubertollste Grüße und bis bald!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s