Was ist cool und was muss man sehen? – Ein Melbourne Guide.

Wie versprochen hier die Dinge, die ihr unbedingt in Melbourne machen müsst. Verbrennt eure Reiseführer und vertraut mir – als Reiseführerin hab ich’s voll drauf!

Melbourne zählt ja neuerdings zu unseren Lieblingsstädten. Warum? Weil Melbourne einfach superdupermegageil ist – jeder der schon mal dort war, kann das sicher bestätigen. (Alle, die anders denken: was zur Hölle ist bloß los mit euch??)

Mit Melbourne und Sydney ist es ja so wie mit Berlin und München: die Einwohner hassen sich und es gibt ein ständiges Battle: wer ist cooler, besser, toller? Sydney hat zwar eindeutig mehr für den 08/15 Touristen zu bieten, wie zum Beispiel das Opernhaus, aber so ganz unter uns: wer braucht schon tausende Gebäude, Kirchen, Türme? Wird auch irgendwann fad. Melbourne überzeugt hingegen mit ganz anderen Sachen. Was und wo und wie und überhaupt, könnt ihr in den nächsten Zeilen lesen. Perfekt für alle, die bald nach Melbourne fliegen und für alle anderen: spätestens nachdem ihr den Eintrag gelesen habt, wollt ihr auch nach Melbourne. 😉

  1. In die Kaffeekultur eintauchen

Melbourne rühmt sich als Stadt mit dem besten Kaffee – und zwar nicht nur in Australien, sondern weltweit. Ganz schön bescheiden. Tatsächlich ist die Stadt Australiens Kaffeemetropole. Die Kaffeekultur hier ist sogar so präsent, dass sogar Kaffee-Touren durch verschiedene Cafés und Rösthäuser angeboten werden, bei denen man neben Kaffee trinken auch etwas über Melbournes Kaffeegeschichte erfährt. Außerdem gibt es sogar einen Coffee Guide Melbourne – ein Buch, in dem alles zum Thema Kaffee steht inkl. Tipps für Kaffeehäuser usw. Die Kaffeebibel, quasi.

Ich finde zwar, Wien ist die Stadt mit dem besten Kaffee (immerhin kann man sogar hier, weit weit weg von Wien, Vienna Coffee bestellen). Aber gut, lassen wir uns überraschen.

Bereits nach 5 Minuten in der Stadt, merkt man: Melbourne ist in der Tat eine kaffeebesessene Stadt. Nicht nur, dass einfach jeder, alt und jung, groß und klein, schön und nicht so schön, mit einem Coffee-to-go-Becher herumläuft. In jeder Straße, in jeder Gasse gibt es einfach zig Cafés und kleine Läden, die sich darum streiten, wer den besten Kaffee der Stadt zubereitet.

In Melbourne als Barista zu arbeiten, ist ca. so, als würde man in Pichl ein berühmter Schauspieler sein. Man ist ein Star und kann jeden flachlegen!

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Zuerst Kaffee, dann Liebe. Eh klar.

An jeder Ecke weht uns das Aroma von frisch gebrühtem Kaffee entgegen. Egal, ob um 8 Uhr morgens, zu Mittag, um 16 Uhr oder abends: die Kaffeeliebe der Melbourner kennt keine Grenzen und die Cafés sind einfach immer gedroschen voll. Ich hab gelesen, dass sich das Importvolumen für Kaffeebohnen in den letzten 10 Jahren um 780 Prozent erhöht hat. HA! Und ich dachte, ich sei kaffeesüchtig! DAS nenn ich mal Leidenschaft.

Also, was macht man, wenn man in Melbourne ankommt? Genau – durch die charmanten Gassen flanieren und Kaffee trinken. (Wenn möglich mit Brunch/Frühstück verbinden, das ist nämlich auch toll!)

Die Auswahl ist groß, hier nur ein paar unserer Highlights:

  • Manchester Press Club (Hipster Bude)
  • Uncommon (liebeliebeliebe)
  • Mart 130 (direkt bei der Zugstation)
  • Industry Beans (hier kann man sogar bei der Röstung etc. zusehen)
  • Market Lane Coffee (am richtig coolen Prahran Markt)
  • Cup of Truth (hier liebt man nicht nur den Kaffee, sondern auch den Besitzer)
  1. Street Art bewundern (wenn möglich, mit Kaffeebecher in der Hand)

Melbourne ist  – neben Kaffee – auch die Street Art Hauptstadt und ist sogar international bekannt dafür. In der ganzen Innenstadt werden hunderte Häuserwände von beeindruckenden Graffitis geziert: überlebensgroße, kunterbunte Bilder, aussagekräftige Schriftzüge, besprühte Mülltonnen, verzierte Plakate: überall haben sich Künstler mit ihren Spraydosen verewigt. Was in anderen Städten als Schmiererei angesehen wird, hat sich hier mittlerweile zur Kunstform entwickelt und wird sogar von den Behörden der Stadt gefördert. Auch hier gibt es geführte Touren, um die Kunstwerke zu bewundern und fotografieren zu können.

Eine Stadt als Galerie.

Stellt sich nur die Frage: wo soll man anfangen?

  • Hosier Lane
  • Union Lane
  • Finaly Avenue
  • Degraves Street
  • Central Place
  • Ecke Flinders Lane und Cocker Alley

PS: Nicht traurig sein, wenn man nicht das sieht, was man im Internet findet  – die Kunstwerke wechseln ständig. (Sind aber immer unglaublich geil)

  1. Durch den Queen Victoria Market flanieren und ganz viel Geld (für Unnötiges) ausgeben

Brauchst du Fleisch für die Grillerei? Geh zum Queen Victoria Market. Willst du ein Geschenk für deine Oma? Geh zum Queen Victoria Market. Ist dein Gemüsefach leer? Geh zum Queen Victoria Market. Bist du auf der Suche nach einem Souvenir, nach einer Hose, nach einer Seife? Geh zum Queen Victoria Market.

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Muss man hin.

Egal, was du willst, suchst, brauchst, nicht brauchst und trotzdem willst: hier findest du alles. Der Markt ist nicht nur für Touristen ein absolutes Highlight. Dort könnte man einen ganzen Tag verbringen und es wird immer noch nicht fad. Das erste Gebäude ist ein Highlight für jeden Fleischtiger, die Theken sind mit allen möglichen Sorten gefüllt: Rind, Schwein, Lamm, Wallaby. Daneben gibt es Stände für alle Fischliebhaber: frischer Fisch, frische Muscheln, frischer Hummer. Das halbe Meer gestapelt auf 100 m².

 

Immer der Nase nach – folgt man den unglaublich geilen Gerüchen, kommt man in das nächste Gebäude, wo sich der Gaumen freut, das Geldbörserl dafür umso weniger. Hier gibt es Köstlichkeiten wie frische Salami, Nüsse, selbstgemachte Marmelade, alles natürlich lokale Produkte. Zwischendrin finden wir dann auch noch einen Bratwurst-Stand. Ui ui ui – ich sag nur soviel: die Kreditkarte glüht nach einem Besuch am Markt.

Hinter dem Gebäude befindet sich eine riesige Halle mit ganz vielen Gemüse- und Obstständen, natürlich alles bio und organic und wasweißich. Wenn ihr glaubt, dass es das war: Nope, es geht noch mehr. Hinter der Halle der Halle (haha) gibt’s nämlich noch einen Platz.  Dort kann man dann Kleidung und Schmuck, Souvenirs oder sonstigen Ramsch ergattern.

Ich will nie wieder hier weg!

(Kann ich auch nicht, der Markt ist wie ein Labyrinth und wir finden nicht hinaus. So ein Pech.)

  1. Den Tag bei einem (2,3,4,…) Bier ausklingen lassen

Ich habe ja schon im letzten Eintrag so sehr von den tollen Bars hier geschwärmt und dass es mich teilweise an Wien erinnert. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, kaum findet man ein Lieblingslokal, wird schon wieder ein neues eröffnet und muss besucht werden. Eigentlich sollte man eine Biertour einführen, bei der man in jeder Bar nur ein kleines Bier trinken darf und es dann sofort weiter geht. Sonst bleibt man nämlich so lange sitzen, bis das Lokal zusperrt, weil man sich so wohl fühlt. (Vorausgesetzt man hat den ersten Preis-Schock überwunden und nimmt 12 $ für 0,4l Bier in Kauf.)

Auch hier ist die Auswahl riesengroß. Da ist es dann wie beim Fernseh-Kauf im Media Makt: sieht alles ganz gut aus und wenn man sich nicht auskennt, entscheidet man sich vielleicht für das Falsche und bereut es später.

Falls ihr also nach Melbourne kommt, dann nicht unnötig Zeit verschwenden, sondern mir vertrauen und folgende Bars besuchen (und mir später danken!):

  • Rooftop Bar (heißt wirklich so) – geniale Aussicht über Melbourne, schöne Menschen, gutes Bier
  • Riverside – liegt am Yarra River, persönlicher Tipp: das Stone & Wood probieren (dann will man nie wieder etwas anderes); Achtung: Rauchverbot und großes Aggressionspotential aufgrund der motivierten Jogger
  • Arbory – Bar am mitten am Fluss! Unbedingt ein Cider probieren J
  • Section 8 – die Bar ist ein Schiffcontainer voll mit Hipster und coolen Leuten
  1. BYOB – vorglühen im Restaurant

Habt ihr euch das auch schon oft gedacht? Man will sich Freitagabend mit den Freunden vor dem Fortgehen im Restaurant treffen und fein essen gehen. Wäre da nicht immer das Problem mit dem Alkohol: viel zu teuer, viel zu schick, wir wollen doch nur unseren billigen Fusel.

Dieses Problem hat man in Melbourne gelöst: in Chinatown gibt es einige Lokale, wo’s heißt: BYOB. Was man sonst nur auf Partyeinladungen liest, steht hier am Schild an der Eingangstür schwarz auf weiß. Für alle, die gerade nur Bahnhof verstehen: BYOB = bring your own booze = bringe deinen Alkohol mit. Wer’s immer noch nicht verstanden hat: Das Problem mit Freitagabend hat sich erledigt: du kannst im Restaurant essen, darfst aber deinen mitgebrachten Alkohol dort zum Essen trinken.

Wie geil ist das denn? Ich fass es immer noch nicht! Vor allem in Australien, wo Alkohol sehr teuer und eigentlich unleistbar ist, ist das natürlich eine geniale Idee. Und würde ich nicht Angst davor haben, dass dann die Kiddies im Restaurant versumpern und nur einen 3,- Euro Salat bestellen, damit sie sich den ganzen Abend volllaufen lassen können, würde ich ja schon längst so ein Restaurant in Wien eröffnen.

Heißt: 4 Liter Rotwein-Kanister um 14 $ kaufen und dann zum 40 $ Hummer trinken!

Wo? Hier:

  • Shanghai Dumplings
  • Empress of China
  • Northeast China Dumplings
  • I love Dumplings
  1. Melbourne bei 35 Grad

Wenn es in Melbourne heiß ist und dir der Schweiß von der Nasenspitze tropft und/oder man genug vom Stadtleben hat (geht hier gar nicht), dann ist es Zeit für einen Besuch in St. Kilda.

St. Kilda ist einer der beliebtesten Vororte von Melbourne, 7 km vom Zentrum entfernt und leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.  Hier befindet sich der hübsche St. Kilda Beach, der sich perfekt für einen Tag Chillen und Relaxen eignet. Für alle, die nicht einen ganzen Tag faul sein wollen: der Strandpromenade entlang schlendern ist mindestens genauso schön wie in der Sonne zu brutzeln!

St. Kilda überzeugt allerdings nicht nur mit Strand und Chillfaktor, sondern ist auch wegen der Restaurantszene und des lebendigen Nightlifes bekannt. Die Acland und Fitzroy Street quillen fast schon über vor Restaurants, Bars, Pubs, Cafés und Hotels/Hostels, weswegen der Vorort auch total beliebt bei Backpackern ist. Jeden Abend spielt irgendwo eine Liveband, überall gibt es abends eine Happy Hour, die jungen Leute spazieren von einer Bar in die nächste.

Ganz nach dem Motto: irgendwo ist immer was.

 

So. Wir verabschieden uns aber schon wieder von Melbourne und reisen mit Sam weiter nach Tasmanien. Tasmani-was? Atlas aufschlagen und zu Australien blättern: Tasmanien ist das klitzekleine Inselchen unter der riesengroßen Insel in Australien 😉

Geschichten folgen asap! Bussibussi und gute Nacht.

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