Sneak peek: Sri Lanka

Sri Lanka als Insider – bald zu lesen in der nächsten Ausgabe von The Next Page! 🙂

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Für unsere nächste Ausgabe mit dem Issue „Wild life“ dürfen wir euch unseren ersten Gastbeitrag von der lieben Sarah (www.wirunddiewelt.com) präsentieren. Sie reist zurzeit mit ihrem Freund quer durch Asien und Australien und war so nett uns für euch ihre Insider-Tipps bezüglich Sri Lanka dazulassen. Die Reise der Zwei könnt ihr übrigens nicht nur auf wirunddiewelt.com verfolgen, sondern auch auf dessen Instagramkanal.

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Was ist cool und was muss man sehen? – Ein Melbourne Guide.

Wie versprochen hier die Dinge, die ihr unbedingt in Melbourne machen müsst. Verbrennt eure Reiseführer und vertraut mir – als Reiseführerin hab ich’s voll drauf!

Melbourne zählt ja neuerdings zu unseren Lieblingsstädten. Warum? Weil Melbourne einfach superdupermegageil ist – jeder der schon mal dort war, kann das sicher bestätigen. (Alle, die anders denken: was zur Hölle ist bloß los mit euch??)

Mit Melbourne und Sydney ist es ja so wie mit Berlin und München: die Einwohner hassen sich und es gibt ein ständiges Battle: wer ist cooler, besser, toller? Sydney hat zwar eindeutig mehr für den 08/15 Touristen zu bieten, wie zum Beispiel das Opernhaus, aber so ganz unter uns: wer braucht schon tausende Gebäude, Kirchen, Türme? Wird auch irgendwann fad. Melbourne überzeugt hingegen mit ganz anderen Sachen. Was und wo und wie und überhaupt, könnt ihr in den nächsten Zeilen lesen. Perfekt für alle, die bald nach Melbourne fliegen und für alle anderen: spätestens nachdem ihr den Eintrag gelesen habt, wollt ihr auch nach Melbourne. 😉

  1. In die Kaffeekultur eintauchen

Melbourne rühmt sich als Stadt mit dem besten Kaffee – und zwar nicht nur in Australien, sondern weltweit. Ganz schön bescheiden. Tatsächlich ist die Stadt Australiens Kaffeemetropole. Die Kaffeekultur hier ist sogar so präsent, dass sogar Kaffee-Touren durch verschiedene Cafés und Rösthäuser angeboten werden, bei denen man neben Kaffee trinken auch etwas über Melbournes Kaffeegeschichte erfährt. Außerdem gibt es sogar einen Coffee Guide Melbourne – ein Buch, in dem alles zum Thema Kaffee steht inkl. Tipps für Kaffeehäuser usw. Die Kaffeebibel, quasi.

Ich finde zwar, Wien ist die Stadt mit dem besten Kaffee (immerhin kann man sogar hier, weit weit weg von Wien, Vienna Coffee bestellen). Aber gut, lassen wir uns überraschen.

Bereits nach 5 Minuten in der Stadt, merkt man: Melbourne ist in der Tat eine kaffeebesessene Stadt. Nicht nur, dass einfach jeder, alt und jung, groß und klein, schön und nicht so schön, mit einem Coffee-to-go-Becher herumläuft. In jeder Straße, in jeder Gasse gibt es einfach zig Cafés und kleine Läden, die sich darum streiten, wer den besten Kaffee der Stadt zubereitet.

In Melbourne als Barista zu arbeiten, ist ca. so, als würde man in Pichl ein berühmter Schauspieler sein. Man ist ein Star und kann jeden flachlegen!

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Zuerst Kaffee, dann Liebe. Eh klar.

An jeder Ecke weht uns das Aroma von frisch gebrühtem Kaffee entgegen. Egal, ob um 8 Uhr morgens, zu Mittag, um 16 Uhr oder abends: die Kaffeeliebe der Melbourner kennt keine Grenzen und die Cafés sind einfach immer gedroschen voll. Ich hab gelesen, dass sich das Importvolumen für Kaffeebohnen in den letzten 10 Jahren um 780 Prozent erhöht hat. HA! Und ich dachte, ich sei kaffeesüchtig! DAS nenn ich mal Leidenschaft.

Also, was macht man, wenn man in Melbourne ankommt? Genau – durch die charmanten Gassen flanieren und Kaffee trinken. (Wenn möglich mit Brunch/Frühstück verbinden, das ist nämlich auch toll!)

Die Auswahl ist groß, hier nur ein paar unserer Highlights:

  • Manchester Press Club (Hipster Bude)
  • Uncommon (liebeliebeliebe)
  • Mart 130 (direkt bei der Zugstation)
  • Industry Beans (hier kann man sogar bei der Röstung etc. zusehen)
  • Market Lane Coffee (am richtig coolen Prahran Markt)
  • Cup of Truth (hier liebt man nicht nur den Kaffee, sondern auch den Besitzer)
  1. Street Art bewundern (wenn möglich, mit Kaffeebecher in der Hand)

Melbourne ist  – neben Kaffee – auch die Street Art Hauptstadt und ist sogar international bekannt dafür. In der ganzen Innenstadt werden hunderte Häuserwände von beeindruckenden Graffitis geziert: überlebensgroße, kunterbunte Bilder, aussagekräftige Schriftzüge, besprühte Mülltonnen, verzierte Plakate: überall haben sich Künstler mit ihren Spraydosen verewigt. Was in anderen Städten als Schmiererei angesehen wird, hat sich hier mittlerweile zur Kunstform entwickelt und wird sogar von den Behörden der Stadt gefördert. Auch hier gibt es geführte Touren, um die Kunstwerke zu bewundern und fotografieren zu können.

Eine Stadt als Galerie.

Stellt sich nur die Frage: wo soll man anfangen?

  • Hosier Lane
  • Union Lane
  • Finaly Avenue
  • Degraves Street
  • Central Place
  • Ecke Flinders Lane und Cocker Alley

PS: Nicht traurig sein, wenn man nicht das sieht, was man im Internet findet  – die Kunstwerke wechseln ständig. (Sind aber immer unglaublich geil)

  1. Durch den Queen Victoria Market flanieren und ganz viel Geld (für Unnötiges) ausgeben

Brauchst du Fleisch für die Grillerei? Geh zum Queen Victoria Market. Willst du ein Geschenk für deine Oma? Geh zum Queen Victoria Market. Ist dein Gemüsefach leer? Geh zum Queen Victoria Market. Bist du auf der Suche nach einem Souvenir, nach einer Hose, nach einer Seife? Geh zum Queen Victoria Market.

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Muss man hin.

Egal, was du willst, suchst, brauchst, nicht brauchst und trotzdem willst: hier findest du alles. Der Markt ist nicht nur für Touristen ein absolutes Highlight. Dort könnte man einen ganzen Tag verbringen und es wird immer noch nicht fad. Das erste Gebäude ist ein Highlight für jeden Fleischtiger, die Theken sind mit allen möglichen Sorten gefüllt: Rind, Schwein, Lamm, Wallaby. Daneben gibt es Stände für alle Fischliebhaber: frischer Fisch, frische Muscheln, frischer Hummer. Das halbe Meer gestapelt auf 100 m².

 

Immer der Nase nach – folgt man den unglaublich geilen Gerüchen, kommt man in das nächste Gebäude, wo sich der Gaumen freut, das Geldbörserl dafür umso weniger. Hier gibt es Köstlichkeiten wie frische Salami, Nüsse, selbstgemachte Marmelade, alles natürlich lokale Produkte. Zwischendrin finden wir dann auch noch einen Bratwurst-Stand. Ui ui ui – ich sag nur soviel: die Kreditkarte glüht nach einem Besuch am Markt.

Hinter dem Gebäude befindet sich eine riesige Halle mit ganz vielen Gemüse- und Obstständen, natürlich alles bio und organic und wasweißich. Wenn ihr glaubt, dass es das war: Nope, es geht noch mehr. Hinter der Halle der Halle (haha) gibt’s nämlich noch einen Platz.  Dort kann man dann Kleidung und Schmuck, Souvenirs oder sonstigen Ramsch ergattern.

Ich will nie wieder hier weg!

(Kann ich auch nicht, der Markt ist wie ein Labyrinth und wir finden nicht hinaus. So ein Pech.)

  1. Den Tag bei einem (2,3,4,…) Bier ausklingen lassen

Ich habe ja schon im letzten Eintrag so sehr von den tollen Bars hier geschwärmt und dass es mich teilweise an Wien erinnert. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, kaum findet man ein Lieblingslokal, wird schon wieder ein neues eröffnet und muss besucht werden. Eigentlich sollte man eine Biertour einführen, bei der man in jeder Bar nur ein kleines Bier trinken darf und es dann sofort weiter geht. Sonst bleibt man nämlich so lange sitzen, bis das Lokal zusperrt, weil man sich so wohl fühlt. (Vorausgesetzt man hat den ersten Preis-Schock überwunden und nimmt 12 $ für 0,4l Bier in Kauf.)

Auch hier ist die Auswahl riesengroß. Da ist es dann wie beim Fernseh-Kauf im Media Makt: sieht alles ganz gut aus und wenn man sich nicht auskennt, entscheidet man sich vielleicht für das Falsche und bereut es später.

Falls ihr also nach Melbourne kommt, dann nicht unnötig Zeit verschwenden, sondern mir vertrauen und folgende Bars besuchen (und mir später danken!):

  • Rooftop Bar (heißt wirklich so) – geniale Aussicht über Melbourne, schöne Menschen, gutes Bier
  • Riverside – liegt am Yarra River, persönlicher Tipp: das Stone & Wood probieren (dann will man nie wieder etwas anderes); Achtung: Rauchverbot und großes Aggressionspotential aufgrund der motivierten Jogger
  • Arbory – Bar am mitten am Fluss! Unbedingt ein Cider probieren J
  • Section 8 – die Bar ist ein Schiffcontainer voll mit Hipster und coolen Leuten
  1. BYOB – vorglühen im Restaurant

Habt ihr euch das auch schon oft gedacht? Man will sich Freitagabend mit den Freunden vor dem Fortgehen im Restaurant treffen und fein essen gehen. Wäre da nicht immer das Problem mit dem Alkohol: viel zu teuer, viel zu schick, wir wollen doch nur unseren billigen Fusel.

Dieses Problem hat man in Melbourne gelöst: in Chinatown gibt es einige Lokale, wo’s heißt: BYOB. Was man sonst nur auf Partyeinladungen liest, steht hier am Schild an der Eingangstür schwarz auf weiß. Für alle, die gerade nur Bahnhof verstehen: BYOB = bring your own booze = bringe deinen Alkohol mit. Wer’s immer noch nicht verstanden hat: Das Problem mit Freitagabend hat sich erledigt: du kannst im Restaurant essen, darfst aber deinen mitgebrachten Alkohol dort zum Essen trinken.

Wie geil ist das denn? Ich fass es immer noch nicht! Vor allem in Australien, wo Alkohol sehr teuer und eigentlich unleistbar ist, ist das natürlich eine geniale Idee. Und würde ich nicht Angst davor haben, dass dann die Kiddies im Restaurant versumpern und nur einen 3,- Euro Salat bestellen, damit sie sich den ganzen Abend volllaufen lassen können, würde ich ja schon längst so ein Restaurant in Wien eröffnen.

Heißt: 4 Liter Rotwein-Kanister um 14 $ kaufen und dann zum 40 $ Hummer trinken!

Wo? Hier:

  • Shanghai Dumplings
  • Empress of China
  • Northeast China Dumplings
  • I love Dumplings
  1. Melbourne bei 35 Grad

Wenn es in Melbourne heiß ist und dir der Schweiß von der Nasenspitze tropft und/oder man genug vom Stadtleben hat (geht hier gar nicht), dann ist es Zeit für einen Besuch in St. Kilda.

St. Kilda ist einer der beliebtesten Vororte von Melbourne, 7 km vom Zentrum entfernt und leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.  Hier befindet sich der hübsche St. Kilda Beach, der sich perfekt für einen Tag Chillen und Relaxen eignet. Für alle, die nicht einen ganzen Tag faul sein wollen: der Strandpromenade entlang schlendern ist mindestens genauso schön wie in der Sonne zu brutzeln!

St. Kilda überzeugt allerdings nicht nur mit Strand und Chillfaktor, sondern ist auch wegen der Restaurantszene und des lebendigen Nightlifes bekannt. Die Acland und Fitzroy Street quillen fast schon über vor Restaurants, Bars, Pubs, Cafés und Hotels/Hostels, weswegen der Vorort auch total beliebt bei Backpackern ist. Jeden Abend spielt irgendwo eine Liveband, überall gibt es abends eine Happy Hour, die jungen Leute spazieren von einer Bar in die nächste.

Ganz nach dem Motto: irgendwo ist immer was.

 

So. Wir verabschieden uns aber schon wieder von Melbourne und reisen mit Sam weiter nach Tasmanien. Tasmani-was? Atlas aufschlagen und zu Australien blättern: Tasmanien ist das klitzekleine Inselchen unter der riesengroßen Insel in Australien 😉

Geschichten folgen asap! Bussibussi und gute Nacht.

Melbourne, baby!

Guten Morgen ihr Schnurliiis!

Endlich, endlich, eeeendlich hab ich wieder Lesestoff für euch! Ich entschuldige mich gleich für die nächsten Wochen –  ich komm irgendwie gar nicht zum schreiben. Wir sind ja im Moment mit dem Auto in Neuseeland unterwegs und haben 1. überhaupt keine Zeit und 2. kein Internet und/oder keinen Akku. Also bitte gedulden, Vorfreude haben und ich bemüh mich, versprochen!

(Geschichten vom 27. Bis 31. Jänner)

Letzter Stand: Farm in Malaysia mit reichen Menschen. Den letzten Abend haben wir noch gebürtig im Pub mit einer Flasche Whiskey gefeiert. Und da sagt noch mal wer, dass Asiaten nicht saufen können!

Am nächsten Tag fahren uns D. und I. noch zum Flughafen, weil sie selber nach KL müssen, um dort mit der Familie das Chinesische Neue Jahr zu feiern. Ois Guade, übrigens!

Nach nur zwei Wochen Malaysia geht es schon wieder weiter. War ein bisschen kurz, aber man kann ja nicht alles haben. Dafür erwartet uns jetzt – wuhuwuhu – Australieeeeen! Genauer gesagt, Melbourne, babyyyy! Obwohl Melbourne eigentlich nie der Plan war (mehr dazu später) und wir auch eigentlich keinen Bock auf „eh so ähnlich wie bei uns“-Australien hatten, freuen wir uns jetzt ehrlich gesagt schon ein bisschen auf das Land und auf österreichische (europäische) Standards. Wie schon gesagt: so zwischendurch ist so ein bisschen normal schon schön.

Aber was ist schon normal?

Es ist 19 Uhr und wir sitzen im Flugzeug – motiviert, voller Vorfreude. Flug Nummer 6, here we go.

Es ist 6 Uhr morgens (eigentlich 3 Uhr, + 3 Stunden zwecks Zeitverschiebung) und wir steigen vom Flugzeug aus – kaputt von der schlaflosen Nacht. Und dabei hab ich mir gestern einen Whiskey reingestellt, in der Hoffnung dann besser schlafen zu können (das machen die doch in den Filmen auch immer so?). Hat aber nichts geholfen. Statt müde war ich nur beschwipst und aufgedreht und wäre am liebsten tanzen gegangen. Whiskey vorm Schlafengehen – eher kontraproduktiv. Beim nächsten Mal vielleicht doch lieber warme Milch mit Honig. Und einer aufgelösten Schlaftablette.

Trotzdem sind wir dieses Mal gar nicht müde, weiiiiil… wir ziemlich aufgeregt sind und uns einfach SO freuen! Dieses Mal heißt’s nicht nur neues Land bzw. neue Stadt, sondern: wir sehen Sam wieder! Wie bereits erwähnt war Australien wie Sri Lanka eigentlich gar nicht „geplant“ (wir haben ja nichts geplant, aber zumindest darüber gesprochen, welche Länder interessant wären). Neuseeland war immer unser Traum und da man sich nicht beides leisten kann (wir zumindest nicht), haben wir uns deswegen gegen Australien entschieden.

Aber dann war das ja so: wir haben Sam am zweiten Tag unserer Reise in Indien kennen gelernt und uns ab Sekunde 1 richtig gut mit ihm verstanden. Wenn der Schmäh passt, dann passt‘s. Anschließend sind wir in Indien 10 Wochen gemeinsam gereist und glaubt mir: wenn’s sogar beim gemeinsamen Reisen gut passt, dann mag man sich wirklich!

Freundschaft auf den ersten Blick, oder so.

Offensichtlich mag er uns auch, denn er hat uns dann nach Tasmanien eingeladen, wo er aufgewachsen ist und seine Eltern leben. Er selbst hat die letzten 7 Jahre in Melbourne gewohnt. Naja und wie oft bekommt man schon eine Einladung nach Australien? Eeeeben. Deswegen waren wir komplett aus dem Häuschen und haben natürlich ja gesagt. Und da man sowieso immer über Melbourne nach Tasmanien fliegt, nützen wir das aus und verbringen ein paar Tage hier. Plus: einen Einheimischen als Reiseführer zu haben, ist sowieso immer das Beste: geheime Geheimtipps und Geheimplätze statt Touri-Programm vom Reiseführer – yeah!

Ja. So war das. Und jetzt stehen wir hier. Vor Sam kommt aber erst mal der Zoll. Das ist hier in Australien nämlich gar nicht so einfach. Nicht so wie in Wien, wo’s eigentlich eh keine Sau interessiert, was du im Koffer hast. Arbeitet da überhaupt wirklich jemand? Das frag ich mich jedes Mal.

Der australische Zoll ist ca. so streng wie die erzkatholischen Eltern meiner Klassenkollegin in der Schule. DIE WOLLEN EINFACH ALLES WISSEN. Während sich die Eltern eher für „Wo warst du und wie heißt er?“ interessieren, geht’s hier mehr um „Was hast du dabei und was nimmst du mit?“ Mengenangaben für Tabak und Alkohol sind ja nichts Neues, aber in Australien ist auch die Einfuhr von Nahrungsmitteln (Obst, Gemüse, Nüsse, Milchprodukte, Käse, Wurst, Honig, Fleisch, Fisch,…), tierischen Produkten (Wolle, Felle, Muscheln, Tierfutter, Tierhaare,…), pflanzlichen Produkten (Blätter, Kräuter, Samen, Erde, Körbe,…), Medikamenten verboten. Alle zwei Meter findet man Quarantänebehälter, in die man die Lebensmittel etc. werfen kann, sollte man etwas vergessen haben.

1 Kilo Koks ist wurscht, aber wehe du hast eine Banane dabei!

 

Klingt schräg, ist es auf den ersten Blick auch. Allerdings gibt es gute Gründe für die Paranoia der Australier: durch bestimmte Lebensmittel, Tierprodukte, Pflanzenmaterial, etc. aus Übersee können gefährliche Schädlinge und/oder Krankheiten eingeführt werden und Schäden an der Landwirtschaft bzw. der einzigartigen Umwelt anrichten. Neben der Tier- und Pflanzenwelt will man mit den strengen Einreisebestimmungen natürlich auch die Gesundheit der Bevölkerung schützen. Macht Sinn.

Bereits im Flugzeug bekommt man eine Passagier-Einreisekarte (Incoming Passenger Card), auf der alles genauestens anzugeben ist. Keine Nahrungsmittel – Kreuzerl. Pelze – heute mal nicht dabei – Kreuzerl. Kreuzerl, Kreuzerl, Kreuzerl. Bis wir zu den Mengenangaben bei den Zigaretten kommen. Da haben wir dann kurz überlegt: lügen und eine Geldstrafe riskieren (oder vielleicht sogar ins Gefängnis?! Wär zumindest eine geile Story für den Blog!)? Oder lieber ehrlich und brav sein (und Zigarettenstummel sammeln und diese rauchen)?

 

Kurz zur Erklärung die Vorgeschichte: wir und Zigaretten. Philipp und ich dachten wir sind wieder mal mega klug (wie sich im Nachhinein herausgestellt hat: sind wir nicht) und haben schon ganz lange im Vorhinein überlegt, wie wir das mit den Zigaretten in Australien und Neuseeland machen. Da ist Tabak nämlich teurer als eine Party mit Champagner, Kavier und Kokain – ein Päckchen Zigaretten kostet 20 $, einmal Tabak um die 45 $ (Vergleich Österreich: um die 5-6 Euro für Zigaretten oder Tabak). Darum haben wir schon im Duty Free Shop in Sri Lanka bzw. in Malaysia zugeschlagen und en masse Rauchmaterial gekauft.

Zwei Tage vorm Flug sagt uns dann jemand, dass der Zoll in Australien sehr streng ist, worauf hin wir die Einreisebestimmungen lesen (ja, ich weiß, hätten wir eventuell auch vorher mal machen können. Im Nachhinein ist man immer gscheider!). Erlaubt sind: 50 Gramm Tabak oder 50 Zigaretten. HAHAHA! Wir haben 300 Gramm Tabak und 200 Zigaretten. Glaubst, fällt das auf? Auf jeden Fall müsste jedes weitere Päckchen deklariert werden. Somit käme uns das ganze dann teurer, als wenn wir die Zigaretten in Australien selbst kaufen würden. Alter, warum sagt uns das niemand?

Die nächste Stunde haben wir damit verbracht, alle Möglichkeiten zu besprechen:

1. Schmuggeln. Aber wo? Im Arsch? Nein, geht sich nicht aus. Hm. Vielleicht in den Schuhen? Zu offensichtlich. Oder einfach auf doofen „ich spreche kein Englisch“-Tourist aus Österreich machen und einfach weitergehen, wenn sie was sagen/fragen? Nein, trauen wir uns nicht.

2. Zum Rauchen aufhören. Hahaha, der war gut.

3. In Australien/Neuseeland kaufen und aufgrund der Preise im Selbstmitleid ertrinken.

Da alles andere keinen Sinn hat, haben wir uns für Nummer 3 entschieden. Teufelchen: 0, Engelchen: 1. Bis auf 4 Packungen haben wir dann unseren ganzen Vorrat verkauft (auf dem Zigaretten-Schwarzmarkt in Malaysia kennt man mittlerweile unseren Namen). Der weitere Plan war dann: finde zwei Freunde im Flugzeug und hoffe, dass sie jeweils einen Tabak mitnehmen. Fast wäre unser Plan aufgegangen: Philipp hat tatsächlich eine Frau gefunden. Die hat aber in letzter Sekunde Angst bekommen und uns den Tabak wieder zurückgegeben. Blöde Kuh! Soviel zu unserem Schmuggel-Plan. Fail.

 

Nachdem uns vorher jeder davon abgeraten hat, den australischen Zoll zu verarschen und uns alle Angst gemacht haben, haben wir dann doch ernsthaft ein Kreuzerl gemacht. Gibt es etwas zu deklarieren, muss man sich nach der Passkontrolle in den Zoll-Bereich begeben und wird schließlich von einem Zoll-Beamten untersucht.

Dann kommen wir um 7 Uhr morgens dorthin, die Zoll-Beamten sind quasi noch beim morgendlichen Kaffeetratsch. Niemand wird durchsucht oder aufgehalten, jeder gibt sein Formular ab und geht durch. Außer Philipp und Sarah. „Hallooooo, wir sind doof und haben zu viele Tschick im Rucksack und wollen unbedingt dafür bezahlen!“  Es hat sogar so gewirkt, als wäre die Dame vom Zoll ein bisschen gepisst, dass sie mit uns jetzt extra in den Durchsuchungsraum muss und nicht mit ihren Kollegen weiter plaudern kann. Sorry für so viel Ehrlichkeit, pff. Im Endeffekt haben wir den Tabak dort gelassen, andernfalls hätten wir 120 Dollar zahlen müssen. Na, ich glaub’s noch immer nicht. Peinlich sind wir, PEINLICH! Da haben unsere Eltern ja wieder mal total übertrieben bei der Erziehung mit „Ehrlich sein“ und so. Naja wie schon gesagt: im Nachhinein ist man immer gscheider. Trotzdem nervt uns der Gedanke, dass die Leute vom Zoll wahrscheinlich in DEM Moment mit Café Latte und unseren Zigaretten im Pausenraum sitzen.

Um gefühlte 2 Kilo weniger Tabak, aber noch immer gleich viel guter Laune kommen wir dann endlich in die Wartehalle und sehen Sam. Wir laufen uns entgegen wie Verliebte und umarmen uns. Wir können’s nicht fassen: vor 3 Monaten, als wir uns zum letzten Mal gesehen haben, haben wir noch gesagt: nur 3 Monate! Und jetzt stehen wir hier. Die Zeit vergeht einfach so schnell. (Kurzer Anfall von „Waaaaah, bald sind wir wieder daheim und müssen uns mit Sachen auseinandersetzen wie Realität und so“. Durchatmen. Geht wieder.)

Nach Umarmen und Knutschen fahren wir zu Freunden von Sam. Die haben ein tolles Haus ein bisschen außerhalb von Melbourne und sind so lieb und lassen uns dort die nächsten Tage Warmwasser schnorren und ein Bett belegen. Ein eigenes Zimmer mit gemütlichem Doppelbett, eine riesige Terrasse und ein voller Kühlschrank. Als wäre das nicht schon genug Luxus, muss ich sagen: das schönste ist eine saubere Klobrille. Spätestens, wenn du dich beim Luln hinsetzen kannst, ohne Angst vor Genitalwarzen haben zu müssen, weißt du: du bist wieder in der Zivilisation.

 

Es ist Sonntag und wir beginnen den Tag des Herrn genau so, wie es sich gehört: mit einem ausgedehnten Brunch. Danach machen wir uns auf den Weg in die Stadt und gehen erst mal gemütlich am Yarra River entlang spazieren.. Nur ein paar hundert Meter weiter findet heute das Finale vom Australian Open statt. Aus diesem Grund wurden überall Bühnen für Public Viewing aufgebaut. Aus jeder Box dröhnt Musik, die Leute trinken Bier und freuen sich auf das Spiel. Am Kanal entlang reihen sich die Lokale, die Bars, die Restaurants – eines cooler und moderner und hipper als das andere. Es ist warm, die Sonne scheint, die Leute sind gut gelaunt. Es tut sich was, in der Wiese sitzen Familien und picknicken, die jungen Leute chillen in der Sonne, die Hunde laufen glücklich den Stöckchen hinter her. Wir gehen in eine Bar, trinken Bier, genießen das Wetter und die Freiheit.

Sind wir jetzt in Melbourne oder in Wien?

Tatsächlich verbringen wir nämlich oft unsere Sonntage im Sommer so in Wien: verkatert und müde von der letzten Nacht in die Stadt fahren und sich dort mit den Freunden treffen. Etwas essen gehen, damit der Magen sich beruhigt, um dann gestärkt am Donaukanal spazieren gehen zu können. Natürlich cool mit Sonnenbrille, damit die Spuren der letzten Nacht verborgen bleiben. Augenringe? Wer hat Augenringe? Dann ewig lang am Ufer sitzen, die Sonne genießen, quatschen, lachen, in der Hand ein Dosenbier. Die Füße und die Seele baumeln lassen. Oder wir sitzen draußen in einem neuen Lokal und schimpfen über die Leute, die motiviert bei uns vorbei joggen, während wir mit einem Spritzer den Tag ausklingen lassen. Der Sonntag ist dazu da, um den Montag und die Arbeit zu verdrängen und nochmal so richtig das Wochenende-Gefühl aufkommen zu lassen.

Genauso machen wir es in Melbourne. Nur ohne das „Arbeit verdrängen“. Job? Was war das nochmal?

Ich weiß nicht warum, aber Melbourne ähnelt der österreichischen Hauptstadt ungemein. Die Leute, die Bars, der Fluss, das in der Wiese sitzen, das flanieren und spazieren, einfach die ganze Atmosphäre, die Stimmung, die Schwingung. So wienerisch. Melbourne streitet sich nicht umsonst jedes Jahr mit Wien um den ersten Platz der lebenswertesten Stadt der Welt. Nicht, dass du das falsch verstehst, Wien: du bleibst immer die Stadt meines Herzens! Aber ich hab mich ein bisschen verliebt. Das ist so wie eine Affäre. Heimlich fühl ich mich hingezogen und ich würd auch am liebsten hier (Melbourne) bleiben, aber es geht nicht. Und ich liebe auch das, was ich habe (Wien) und bin dort glücklich. Deswegen mach ich’s lieber so, wie viele nach 20 Jahren Ehe: dort bleiben, wo man hingehört und heimlich ein bisschen das Fremde anhimmeln.

So ähnlich sich die zwei Städte auch sind, Unterschiede gibt es natürlich trotzdem. Und zwar GRAVIERENDE:

  1. Alkoholverbot in der Öffentlichkeit: während in Wien die Wiesen in den Parks voll mit trinkenden Leuten sind, ist es in Melbourne verboten, in der Öffentlichkeit zu trinken. Da kann man sich nicht einfach mit ein, zwei, acht Dosen Ottakringer im Park wegschießen. Oder ein romantisches Candle Light Picknick mit dem Schatz und einer Flasche Wein machen. Darf man alles nicht. Wie blöd isn das? Darauf basiert quasi unser ganzer Sommer: ein Biertschi beim Baden in der Donau, ein Biertschi am Donaukanal, ein Biertschi in der U-Bahn am Weg zum Fortgehen. Jetzt wo ich so darüber nachdenke, komme ich mir ein bisschen Assi vor, haha. Naja, hier sitzen auf alle Fälle alle mit einer Flasche Wasser im Park. Auch fad.
  2. Während viele Leute in Wien nicht nur mit Bier, sondern auch mit der Tschick im Park sitzen, ist Rauchen in Australien so unbeliebt wie ein Schnitzel bei Vegetariern. GEHT GAR NICHT. Als Raucher bist du hier uncool, blöd und noch dazu pleite. Hier kommt es zu unterschiedlichen Schwierigkeiten:
    1. Die Preise. Rauchen in Australien ist unerschwinglich.(Preise siehe oben). Also entweder du bist reich oder deine Eltern sind reich oder deine Freunde sind reich. Oder du verzichtest auf Nahrung und rauchst dafür. Auch eine Möglichkeit.(Neue Diät?)
    2. Zigaretten kaufen. Eine Lebensaufgabe, vor allem wenn du, wie wir, keinen Plan hast, welchen Tabak es hier gibt. Zigaretten und Tabak werden nämlich vorsorglich in einem schwarzen (=Farbe des Todes! Klar.) Schrank verstaut und nur dann geöffnet, wenn man selbstsicher die Verkäuferin um ein Päckchen inklusive Namen bittet. Die Türen werden nicht aufgemacht, damit man sich die Waren ansehen und entscheiden kann. Neiiiin. Das ist nämlich nicht erlaubt, sonst könnte sich ja jemand, der eigentlich gar nicht raucht, von den wunderschönen Päckchen inspirieren lassen und sagen „Einmal den roten Tabak, bitte.“ Und man will ja niemanden zum Rauchen verleiten! (Man könnte auch einfach vorher die Zigarettenmarken im Internet suchen, aber okay. Ich will hier nicht das australische Gesetz anzweifeln.)
    3. Finde einen Ort zum Rauchen. Wenn du jemanden in Australien rauchen siehst, ist es die Sorte Person, die in Wien die den halben Tag am Praterstern mit einem Doppler Weißwein verbringt. Hier gab’s, glaube ich, sowas wie Gehirnwäsche. Niemand raucht. Und wenn man raucht, dann ist man alles andere als cool. Nicht, dass ich uns cool finde, aber lässig sieht’s schon aus, wenn man mit der Zigarette an einer Wand lehnt und nachdenklich in eine Richtung schaut. Nicht, dass es reichen würde, wenn dich alle mit einem verachtendem Blick mustern, sobald du eine Zigarette in der Hand hältst – neiiiin – es gibt auch noch Rauchverbot an Orten, wo’s einfach nur lächerlich ist. Wie zum Beispiel draußen in der Bar. Ich wiederhole: DRAUSSEN. Das grenzt ja schon an Diskriminierung! Als ob es einen Unterschied machen würde, ob ich am Tisch oder 2 Meter weiter VOR dem Gartenbereich rauchen würde. Haben die eine unsichtbare Wand? Aus Protest blasen wir den Rauch extra in Richtung Bar. HA! Wir sind Rebellen, ich weiß.
  3. Die Australier sind einfach ein unglaublich freundliches Volk. Jeder ist happy, gut gelaunt, alle haben ein Lächeln im Gesicht: die Verkäuferin, der Schaffner, der Polizist. Nicht aufgesetzt oder künstlich, sondern einfach ehrlich freundlich. Kommst du aber in Australien in ein Geschäft/Café/Restaurant/etc. schreit dich die Verkäuferin schon von Weitem an: „Heeey, how is it going? How are you? What are you up to?“ Ääääh. Ist das eine rhetorische Frage oder muss ich da drauf antworten? Ein Vergleich mit Wien: stellt euch mal vor, die Dame an der Kasse beim H & M sagt zu dir: „Heeey, wie geht’s? Alles klar? Was machst du so?“ – „Heast, wos is mit diiir?“ wäre eine der möglichen Antworten in Wien. Hier wird gegrantelt was das Zeug hält, was aber auch irgendwie zur Stadt gehört. (Ich persönlich bevorzuge ja das unfreundliche i-ziag-an-Fotz-Wien, als das honigkuchenpferdchen-arschkriecher-Australien. Das geht mir irgendwie am Arsch. Aber ich bin auch kein Maßstab wenn’s um Freundlichkeit geht.)

Gibt also doch einige Unterschiede. Trotzdem muss ich zugeben: Melbourne zählt definitiv zu unseren Lieblingsstädten. Warum und wieso? Daaaas erfährt ihr im nächsten Eintrag: things to do in Melbourne 🙂

Also, Geduld, meine Lieben, Geduld! Alles Liebe bis dahin ❤